Union Berlin kassiert nächste Pleite: Wie sinnvoll ist der "Testspiel-Rekord"?
Berlin - Union Berlin hat sich in der Vorbereitung auf die neue Saison selbst ein straffes Programm auferlegt: Die Eisernen absolvieren insgesamt elf (!) Testspiele.
Damit rangieren die Köpenicker mit Abstand an der Spitze in der Bundesliga. Im Schnitt absolvieren die Teams im Oberhaus eher fünf bis sechs Partien, um ihren Leistungsstand zu überprüfen.
Da stellt sich die Frage, wie sinnvoll dieser Ansatz ist, besonders wenn man mit Mauro Lustrinelli (50) gerade erst einen neuen Trainer angestellt hat, der in der Mannschaft ein neues Spielsystem implementieren will und soll.
Sah der Anfang mit Kantersiegen gegen Oberligist Optik Rathenow und Achtligist Grün-Weiß Lübben noch vielversprechend aus, konnte der Hauptstadtklub die nächsten vier Testspiele nicht mehr gewinnen und verlor zwei davon sogar.
Zuletzt kassierte man am Samstag eine 1:2-Pleite beim Schweizer Zweitligisten FC Aarau. Noch prekärer ist dabei die Tatsache, dass die Berliner seit drei Partien auf einen Treffer aus dem Spiel heraus warten. Sowohl gegen Winterthur als auch Aarau musste ein Elfmeter herhalten.
Und jetzt folgt noch einmal eine einwöchige Pause. Wäre es da nicht sinnvoller gewesen, den Trainingsstart aufgrund der XXL-Weltmeisterschaft eine Woche später zu terminieren und dann erst einmal die konditionellen und neuen taktischen Grundlagen zu schaffen, bevor man die Mannschaft in Vorbereitungsspiele schickt?
Mauro Lustrinelli bemängelt fehlende Effizienz im Angriff von Union Berlin
"Wir haben uns vor der Saison natürlich überlegt: Wie gestalten wir diese lange Phase? Durch die WM hat sich alles natürlich noch mal eine Woche verschoben. Wir haben sicherlich das ein oder andere Spiel zu viel, aber das müssen wir jetzt halt auch annehmen", gestand Horst Heldt (56) nach der neuerlichen Schlappe ein.
Lustrinelli zeigte sich aber trotzdem zufrieden. "Also heute war wirklich ein gutes Spiel. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die ein anderes System hat, und so konnten wir auch etwas Neues trainieren", hob Lustrinelli hervor. "Leider belohnen wir uns ein bisschen wenig. In diesem Moment fehlt die Effizienz", legte er den Finger in die Wunde.
Man habe in den Begegnungen in der Schweiz wieder einen kleinen Schritt nach vorn gemacht. Einige Konzepte hätten besser funktioniert "und die nehmen wir gerne mit. Der Weg ist noch lang", so der 50-Jährige.
"Klar, die Ergebnisse waren jetzt nicht so wie man sich das vorstellt", räumte der Union-Manager ein. Das sei aber auch nicht wichtig. "Es geht darum, Veränderung vorzunehmen. Das ist ein Prozess, das dauert einfach auch ein Stück weit", betonte er. Entscheidend sei, dass "wir Ende August frisch sind, dass wir da einen Plan haben, wie wir die Spiele gewinnen wollen".
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa, Soeren Stache/dpa (Bildmontage)

