Union Berlin vor Abstiegskracher mit historischem Anstrich

Berlin - Wenn Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) daheim auf den VfL Wolfsburg trifft, wird Bundesliga-Geschichte geschrieben, denn Marie-Louise Eta (34) wird als erste Cheftrainerin bei den Männern im deutschen Fußballoberhaus an der Seitenlinie stehen.

Union Berlins neue Cheftrainerin Marie-Louise Eta (34) hat sich trotz der vielen Nebengeräusche voll auf die Vorbereitung für das Spiel gegen Wolfsburg konzentriert.  © Andreas Gora/dpa

Auch wenn sie um die mögliche Signalwirkung wisse: "Jetzt ist einfach das Wichtigste, dass wir uns bestmöglich darauf vorbereiten, am Wochenende das Bundesligaspiel gegen Wolfsburg positiv zu bestreiten", betonte die 34-Jährige bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Keller-Duells mit historischem Anstrich.

"Wir haben noch fünf Spiele insgesamt zu begehen und wir sind in einer guten Ausgangssituation", stellte Eta fest. Mit einem Sieg gegen den VfL würden sich die Berliner aller direkten Abstiegssorgen entledigen, könnten den Abstand auf den akut abstiegsbedrohten Gegner auf satte 14 Zähler ausbauen.

Eine Niederlage würde hingegen umso mehr wehtun, da der direkte Konkurrent aus der Autostadt Boden gutmachen könnte. Es gehe jetzt aber in erster Linie darum, "positiv zu denken [...] und eben auch auszuhalten, wenn mal wieder ein Negativerlebnis kommt", das gehöre ja schließlich zum Fußball dazu, meinte die Fußballlehrerin.

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"Uns erwartet schon ein Gegner, der auch eine enorme Offensivqualität hat, eine individuelle Qualität, aber natürlich zeigt die Tabellenkonstellation, dass dort auch nicht alles rundgelaufen ist in den letzten Wochen", merkte sie an.

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Im Hinspiel mussten sich die Eisernen dem VfL Wolfsburg geschlagen geben.  © Swen Pförtner/dpa

Das kann man wohl sagen, denn die Wölfe warten seit zwölf (!) Spielen auf einen Sieg und kassierten in dieser Zeit satte neun Pleiten. "Sie geben schon auch Räume und Möglichkeiten, die wir dann nutzen wollen, und deswegen liegt es dann viel an uns, wie wir dieses Spiel angehen", konstatierte die FCU-Trainerin.

Bei der Vorbereitung habe es ihr geholfen, dass sie die Mannschaft grundsätzlich schon gekannt habe. Nach einem kurzen Kennenlernen ging es im Wesentlichen darum, den Spielern den im Vorfeld erarbeiten Plan für das Spiel gegen Wolfsburg zu vermitteln.

Allerdings könne man in drei Tagen "auch nicht alles auf links drehen. Wir können jetzt nicht erwarten, dass von heute auf morgen alles viel einfacher ist", bekräftigte die Übungsleiterin.

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Der Kader habe ihrer Meinung nach eine gute Qualität und es gehe natürlich darum, zu schauen, "welche Stärken wir auf den Platz bringen, da wird es immer auch um defensive Stabilität gehen" - die hatte auch ihr Vorgänger Steffen Baumgart (54) stets in den Vordergrund gestellt.

"Aber klar, wir wollen hier zu Hause Tore schießen, wir wollen Erfolgserlebnisse haben" - einer der Faktoren, an dem das Spiel unter Baumgart oftmals krankte. Tiki-Taka dürfe man jetzt aber natürlich trotzdem nicht erwarten, betonte Marie-Louise Eta.

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 29 105:27 76
2 Borussia Dortmund 29 60:29 64
3 VfB Stuttgart 29 60:38 56
4 RB Leipzig 29 56:36 56
5 Bayer 04 Leverkusen 29 59:39 52
6 TSG 1899 Hoffenheim 29 57:43 51
7 Eintracht Frankfurt 29 54:54 42
8 SC Freiburg 29 42:47 40
9 1. FSV Mainz 05 29 35:44 33
10 FC Augsburg 29 36:53 33
11 1. FC Union Berlin 29 33:50 32
12 1. FC Köln 30 44:51 31
13 Hamburger SV 29 32:45 31
14 Borussia Mönchengladbach 29 35:49 30
15 SV Werder Bremen 29 32:52 28
16 FC St. Pauli 30 26:51 26
17 VfL Wolfsburg 29 39:65 21
18 1. FC Heidenheim 29 32:64 19

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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