Union-Coach Baumgart mit Seitenhieb auf TV-Experten: "Ganz große Probleme"
Berlin - Das Videostudium des nächsten Gegners gehört zum Handwerkszeug eines jeden guten Trainers dazu, da macht auch Union Berlins Steffen Baumgart (54) keine Ausnahme.
Allerdings setzt sich der FCU-Coach nicht vor das heimische TV-Gerät, um die Kontrahenten zu beobachten und das hat einen ganz bestimmten Grund, wie der 54-Jährige bei der Pressekonferenz am Freitag preisgab.
Die Auswertung des Spiels nehme das gesamte Trainerteam gemeinsam vor, betonte Baumgart. Er selbst "gucke mittlerweile sehr selten Fußball im Fernsehen", merkte der Übungsleiter an und lieferte dafür auch umgehend eine Erklärung.
"Da gibt's dann immer so ein paar Gespräche im Hintergrund, die das Spiel erklären und damit habe ich ganz, ganz große Probleme", stellte er fest und teilte damit einen Seitenhieb gegen die vielen TV-Experten aus.
Mittlerweile gehört es bei Live-Übertragungen im Sport nämlich zum guten Ton, dass sich der Kommentator mit einem jeweiligen Experten über das Geschehen unterhält – nicht nur im Fußball.
Darum gilt für Steffen Baumgart nicht mehr die alte Sepp-Herberger-Weisheit
Das ist aber offenbar nicht gerade nach Baumgarts Geschmack, sodass er sich die Spiele "meistens in der Konserve" anschaue "und dann meistens auch immer sehr gerafft in den Szenen, die dann wirklich relevant sind".
Natürlich sei es für ihn als Trainer nicht von großer Bedeutung, "wenn der Ball im Aus ist". Und so gilt für den Coach der Köpenicker nicht mehr die legendäre Fußball-Weisheit von Sepp Herberger (†80): "Ein Spiel dauert 90 Minuten."
Vielmehr sei es so, "dass so ein Spiel nicht mehr 90 Minuten für mich geht, sondern meistens maximal 60 Minuten", erklärte der Coach der Berliner. Das Europa-League-Spiel des SC Freiburg, gegen den der Hauptstadtklub am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) auswärts antreten muss, habe er am darauffolgenden Morgen studiert.
Einen Vorteil in der Doppelbelastung der Freiburger sieht Steffen Baumgart übrigens nicht für sein Team: "Ich bin mir relativ sicher, dass diese Mannschaften in der Lage sind, englische Wochen zu spielen", unterstrich er und ergänzte, dass die Partie vom Donnerstagabend keinen "körperlichen Effekt auf das Spiel haben" werde.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa

