Union-Legende kehrt zurück: Erklingen die Fischer-Chöre erneut?
Berlin - Es gehört zum guten Ton, in der Alten Försterei verdiente Ex-Spieler von Union Berlin bei der Vorstellung als "Fußballgott" zu begrüßen. Was wird dann erst los sein, wenn DER Fußballgott der Eisernen schlechthin zurückkehrt?
Denn Urs Fischer (59) ist mit Abstand der erfolgreichste Trainer in der Geschichte der Köpenicker. Der Schweizer trainierte den Klub von 2018 bis 2023 und schrieb mit ihm eine einzigartige Erfolgsgeschichte.
Dem Aufstieg in die Bundesliga folgte der souveräne Klassenerhalt und dann ging der Spaß erst so richtig los. In drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten qualifizierte sich die Fischer-Truppe fürs internationale Geschäft und steigerte sich dabei sogar bis zur Teilnahme an der Champions League.
Anschließend folgte jedoch ein herber Absturz und im November 2023 trennten sich die Wege von Verein und Fischer schließlich im gegenseitigen Einverständnis - es war ein tränenreicher Abschied.
Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) kehrt Urs also erstmals als Coach einer gegnerischen Mannschaft an seine alte Wirkungsstätte zurück und da wäre es doch gelacht, wenn die Fischer-Chöre nicht ein weiteres Mal erklingen würden, um ihren Helden zu feiern.
Richtig genießen können wird der 59-Jährige das Spektakel aber wohl erst im Nachhinein und auch Geschenke kann er nicht verteilen, denn als Trainer des Tabellenletzten Mainz 05 zählt nur der Klassenerhalt.
Urs Fischer vor emotionaler Rückkehr: "Logisch, dass das einen auch berührt"
"Ich glaube, dieses Nostalgische muss ich ein bisschen ausblenden. Natürlich, ich komme an einen Ort zurück, wo ich fünfeinhalb Jahre tätig war - logisch, dass das einen auch berührt", räumte der Mainz-Coach bei der Pressekonferenz vor dem Spiel ein.
"Aber für die 90 oder 95 Minuten gelten sportliche Aspekte, da muss ich versuchen, alles auszublenden", kündigte er an. Die drei Punkte würde er "gerne mit nach Mainz nehmen".
Mit Rücksicht auf die prekäre Situation bei den 05ern will man vonseiten Unions auf eine offizielle Zeremonie auf dem Platz verzichten, erklärte Christian Arbeit (51) am Donnerstag. "Dass es ein sehr herzlicher Empfang wird, versteht sich von selbst", so der FCU-Pressesprecher.
Nur einer könnte die feierliche Rückkehr noch durchkreuzen: der Wettergott. Der Deutsche Wetterdienst hat für Freitag ein Schneechaos vorhergesagt, das die Bespielbarkeit des Platzes stark beeinträchtigen könnte. Zwar haben sich die Union-Fans schon freiwillig zum Schneeschaufeln angeboten, aber die Partie könnte dennoch von der DFL abgesagt werden.
Titelfoto: Torsten Silz/dpa, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

