Union schafft Rumpelfußball ab: Verzaubert Meistermacher Lustrinelli jetzt Berlin?

Berlin - Neuer Trainer, neue Spielidee - alles neu bei Union? Mit der Vorstellung von Meistermacher Mauro Lustrinelli (50) leitet Union Berlin nichts anderes als einen Strategiewechsel ein. Weg vom Terror-Fußball, hin zum Hurra-Fußball.

Unions neuer Trainer Mauro Lustrinelli (50) schaut bei der Vorstellung schon mal in der Alten Försterei vorbei.  © Soeren Stache/dpa

Schon in einer Medienrunde vor der Mitgliederversammlung deutete Union-Präsident Dirk Zingler (61) die Zeitenwende an: "Wir schließen die erste Phase in der Bundesliga ein bisschen ab, weil der Klub sich weiterentwickelt hat. Diese Phase haben wir ausgereizt."

Mit ihrem unbequemen Stil und einer fast unüberwindbaren Dreierkette schafften es die Eisernen bis in die Champions League, doch der Defensivfußball scheint ausgesorgt zu haben.

In den letzten drei Jahren ging es für die Eisernen nur noch um den Klassenerhalt.

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Die Entwicklung ist auch den Bossen nicht verborgen geblieben, die nun mit Lustrinelli das perfekte Match gefunden haben.

"Es hat schon in den ersten Gesprächen gefunkt. Man entwickelt gleich ein Gefühl miteinander, und das konnte man spüren. Es war so eine Aura, die Mauro verkörpert und darstellt", so Manager Horst Heldt (56).

Dem Schweizer ist ein absolutes Fußballmärchen geglückt. Mit dem FC Thun stieg er erst auf und holte anschließend die Meisterschaft - mit Offensivfußball. Mit Abstand schossen sie die meisten Tore. Damit tat sich Union vor allem vergangene Saison schwer.

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Lustrinelli setzte in Thun auf Viererkette

Auf die Details kommt es an.  © Soeren Stache/dpa

Doch was kann man in Köpenick vom ehemaligen Fischer-Co-Trainer erwarten? Komplett auf links gezogen wird der Kult-Klub durch Lustrinelli zumindest nicht. Die Union-DNA bleibt erhalten.

Arbeit, Zusammenhalt und Kampf sind auch für den Übungsleiter extrem wichtig.

Und doch könnte eine entscheidende Veränderung auf Union zukommen. In Thun setzte der 50-Jährige auf ein 4-4-2-System mit hohem Pressing und schnellem Umschaltspiel. Klingt vielversprechend und nach mehr Spektakel als zuletzt, aber hat die Fünferkette, eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz in Köpenick, nun endgültig ausgesorgt?

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Dazu passt zumindest das Lob über die Arbeit von Vorgängerin Marie-Louise Eta (34).

"Die letzten Spiele hatten bereits viel von meiner Idee", so Lustrinelli. "Ich möchte genauso spielen: offensiv, dynamisch nach vorn, mit Energie, mit Leidenschaft. Das muss man natürlich kreieren, das wird natürlich ein Prozess."

In Mainz gelang Eta der erste historische Dreier, gegen Augsburg dann auch der hochverdiente erste Heimsieg - jeweils mit Viererkette. Bis der Schweizer die Mannschaft aber kennenlernen kann, wird es noch dauern. Erst am 28. Juni ist Trainingsauftakt.

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