Kampf der Namensvetter: Warum Union trotz Favoritenrolle im Vorteil ist

Berlin - Alle guten Dinge sind vier! Bereits zum vierten Mal in dieser Saison stehen sich Union Berlin und Royale Union Saint-Gilloise gegenüber. Erst durften die Belgier jubeln, dann die Eisernen und zuletzt trennten sich die Namensvetter in der Alten Försterei mit 3:3.

Unions Danilho Doekhi (24) und Robin Knoche (30, r.) haben schon einmal bei Saint-Gilloise gewinnen können.
Unions Danilho Doekhi (24) und Robin Knoche (30, r.) haben schon einmal bei Saint-Gilloise gewinnen können.  © Matthias Koch/dpa

Die Vorzeichen sind damit klar: Für ein Weiterkommen in der Europa League (21 Uhr/RTL) zählt nur ein Sieg. Dafür aber müssen die Köpenicker die individuellen Fehler abstellen. War die Defensive eigentlich ein Bollwerk, zeigte sie sich vor allem im Hinspiel ungewohnt fehlerhaft.

"Es geht einmal mehr, unser Gesicht auf den Platz zu bekommen. Es geht über Basics. Wir wünschen uns, dass wir den einen oder anderen Fehler nicht mehr machen", sagte Urs Fischer auf einer Pressekonferenz vor der Begegnung. Heißt: Keine Geschenke verteilen und gewohnt eklig sein.

Wie der Bundesligist bei den Belgiern bestehen können, haben sie bereits gezeigt. Anfang November siegten die Eisernen dank Sven Michel (32) mit 1:0 und sicherten sich damit das Weiterkommen.

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Kurios: Bei der eisernen Europa-League-Premiere gegen Saint-Gilloise hatte er noch die Rote Karte gesehen. Jetzt lässt der 32-Jährige mit seinem Treffer zum 3:3 Union weiter vom Viertelfinale träumen.

"Wir kennen sie mittlerweile bestens. Es ist eine Mannschaft, die sich mit uns auf Augenhöhe befindet. In einem K.-o.-Spiel ist es nicht selten, dass die Kleinigkeiten entscheiden", sagte Abwehrchef Robin Knoche (30).

Union Berlin mit 2000 Fans im Lotte-Park

Dank Sven Michel (32) hat Union weiterhin gute Chancen aufs Weiterkommen.
Dank Sven Michel (32) hat Union weiterhin gute Chancen aufs Weiterkommen.  © Andreas Gora/dpa

Und diesmal können sie auf die Unterstützung ihrer Fans bauen. Rund 2000 Unioner werden sich im Lotte-Park Gehör verschaffen. Mehr aber hoffentlich auch nicht, denn die Anhänger sind nach der Pyro-Party in Amsterdam nur auf Bewährung.

Im November wurden sie nach den Ausschreitungen in Malmö noch vom Spiel in Lemberg ausgeschlossen. "Es hat gute Gespräche gegeben, von daher sind wir zuversichtlich, dass alles gut läuft", sagte Pressesprecher Christian Arbeit.

Auch wenn die Gastgeber Union jeweils mit ihren eigenen Mitteln das Leben schwer gemacht haben, spricht die Ausgangslage dann doch leicht für die Berliner. Sie können das machen, was sie am liebsten tun: Den Gegner locken und dann umschalten. Denn auch der Namensvetter wird sich Zuhause vermutlich nicht ganz so defensiv präsentieren, wie noch in der Alten Försterei.

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Gerade in der Rolle des Underdogs fühlt sich die Fischer-Truppe pudelwohl. Das Spiel selbst zu machen, ist allerdings nicht gerade die Paradedisziplin. Auch deshalb will Fischer von einer Favoritenrolle nichts wissen. "Das sind die Medien, die einen zum Favoriten machen. Wir wollen in die nächste Runde und wissen, dass wir uns am Limit bewegen müssen. Wir müssen gute Entscheidungen treffen."

Angst vor einem Elfmeterschießen hat der Schweizer nicht und obwohl seiner Elf gegen Wolfsburg die Belastung der letzten Wochen anzumerken war, sieht der 57-Jährige die Mannschaft gut aufgestellt: Sie ist fit, zumindest was das Körperliche angeht. "Wenn du dich alle drei Tage auf eine neue Aufgabe fokussieren musst, lässt du da schon Körner."

Titelfoto: Matthias Koch/dpa

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