Leverkusen - Nach dem sensationellen Doublegewinn im Jahr 2024 hat Bayer 04 Leverkusen Blut geleckt. Geschäftsführer Fernando Carro (62) bläst nun sogar zum Angriff auf Rekordmeister FC Bayern München.
"Für einen Fußballverein ist der sportliche Erfolg das Wichtigste. Wir wollen konstant zu den besten vier Mannschaften in Deutschland und zu den besten 16 in Europa gehören", gibt sich der Spanier im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" zunächst noch bedeckt, ehe er selbstbewusst hinterherschiebt: "Wir wollen Titel gewinnen - ob im DFB-Pokal, in der Meisterschaft, der Europa League oder der Champions League!"
Um dem FC Bayern als Platzhirsch den Platz an der Sonne streitig machen zu können, bräuchte es allerdings noch etwas Geduld, so Carro: "Die Bayern sind sehr gut. Um sie ernsthaft anzugreifen, muss vieles zusammenpassen. Ich habe immer 2028 oder 2029 genannt. Ich hätte aber nichts dagegen, wenn es schon 2027 so weit wäre."
Dabei hat der Werksklub zuletzt eine schwierige Saison hinter sich bringen müssen. Erik ten Hag (56), der als Nachfolger von Xabi Alonso (44) installiert wurde, enttäuschte auf ganzer Linie und wurde nach nur drei Pflichtspielen entlassen. Auf ihn folgte Kasper Hjulmand (54), doch auch unter dem Dänen waren die Leistungen insbesondere zum Ende der Saison nur mäßig.
Letztlich lief Bayer auf dem sechsten Rang ein - zu wenig für die großen Ambitionen der Rheinländer. In der kommenden Spielzeit müsse man daher wieder das "gewohnte Niveau" erreichen, fordert Carro.
Dass der 62-Jährige sowie sein Amtskollege Simon Rolfes (44) für dieses Ziel auch tiefer in die Tasche greifen würden, daraus macht Carro indes kein Geheimnis. "Für den richtigen Spieler sind wir bereit, substanziell zu investieren", betont der Funktionär. Entscheidend sei dabei allerdings nicht nur die Ablösesumme, "sondern die gesamten jährlichen Kosten eines Spielers, also auch sein Gehalt und die Abschreibung der Ablösesumme".
Bayer-Leverkusen-Geschäftsführer Fernando Carro und Simon Rolfes verlängern Verträge bei der Werkself
Seinen eigenen Vertrag bei der Werkself hat der Manager derweil bis zum 30. Juni 2029 verlängert, wie der Bundesligist am Samstag mitteilte. Sogar noch zwei Jahre länger, bis 2031, wurde das Arbeitspapier von Rolfes ausgeweitet.
"Fernando Carro und Simon Rolfes haben Bayer 04 in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Die größten sportlichen Erfolge unserer Vereinsgeschichte sind ebenso Ergebnis ihrer Arbeit wie die nachhaltige Entwicklung des gesamten Klubs", begründet Werner Wenning, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses bei Bayer, die Entscheidung.
Zumal die beiden Funktionäre "für Kompetenz, Verlässlichkeit und Kontinuität" ebenso wie "für den Anspruch, Bayer 04 dauerhaft und auf höchstem Niveau weiter voranzubringen", stehen würden.