Aliji im Interview: Chemie Leipzig will Horror-Szenario mit Lok "hundertprozentig" vermeiden

Leipzig - Die Regionalliga Nordost ist verrückt! Jeder kann gefühlt jeden schlagen. Anfangen, konstant zu siegen, sollte aber dringend die BSG Chemie Leipzig, die tief im Tabellenkeller steckt und um den Ligaverbleib bangen muss. TAG24 hat mit Mittelfeldmann Valon Aliji (20) über die Lage in Leutzsch gesprochen.

Valon Aliji (20) hängt sich auf dem Platz immer voll rein. Aus dem Mittelfeld der BSG Chemie Leipzig ist er momentan schlecht wegzudenken.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

Auch darüber, dass die Chemiker in einem ganz wilden Szenario Stadtrivale Lok Leipzig am Ende der Saison die Daumen drücken müssten, dass Blau-Gelb den Sprung in die 3. Liga schafft.

Möglich, dass dadurch Grün-Weiß nicht absteigen würde. Daran will man "hundertprozentig" in Leutzsch nicht denken, wie Aliji sagt.

"Ich hoffe nicht, dass wir auf einem der Abstiegsplätze sind. Wir müssen aus den restlichen Spielen einfach das Beste rausholen. Es ist scheißegal, was wir bis jetzt gemacht haben. Wir können es jetzt einfach nur noch besser machen."

BSG Chemie Leipzig Derby-Termin steht! Leipzig-Kracher Chemie gegen Lok angesetzt

Möglichst schon am Mittwochabend gegen den BFC Preussen daheim (19 Uhr), wo der 20-Jährige gezwungenermaßen allerdings zuschauen muss.

Gegen den BFC Dynamo holte sich der Mentalitätsspieler schon seine zehnte Gelbe Karte ab, ist dadurch gesperrt.

"Das tut wirklich sehr, sehr weh, das merkt man mir auch an, ich bin schlecht gelaunt. Ich werde trotzdem mitfiebern. Mein persönlicher Fokus liegt jetzt aber auf Sonntag gegen Luckenwalde", so Aliji.

Der Berliner mit nordmazedonischen Wurzeln liebt es, "beherzt die Zweikämpfe zu führen und zu gewinnen". Seine bisherigen Trainer schätzten seine Emotionalität auf dem Platz laut eigener Angabe auch bislang. Trotzdem gibt es angesichts der Kartenflut auch Verbesserungspotenzial: "Ich bin natürlich noch sehr jung. Bei der ein oder anderen Karte muss ich schauen, ob die wirklich so nötig war. Aber ja. Die Trainer haben auch schon gesagt, dass ich manchmal 'nen Gang runterfahren, reifer agieren soll."

Anzeige
Ausgelassen feiern nach einem BSG-Sieg war in dieser Saison viel zu selten drin.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

BSG Chemie Leipzigs Valon Aliji: "Ich mach mir jetzt nicht den Kopf kaputt"

Aliji im Alfred-Kunze-Sportpark: hier muss er am Mittwoch zuschauen, wenn die BSG gegen Preussen spielt.  © TAG24

Für die Chemiker sind es jetzt die Wochen der Entscheidung. Nach zwei Punktgewinnen gegen Chemnitz (2:1) und Erfurt (2:2) kassierte Grün-Weiß gegen den BFC Dynamo eine bittere 0:2-Niederlage.

Das potenziell wichtigste Spiel, bei dem die Erwartungshaltung auf einen Erfolg am höchsten war, ging also verloren.

"Der Druck war hoch, auch mental. Ich hab mich eigentlich top gefühlt. Aber dann passieren Fehler, es kommen die Gegentore - so ist Fußball", so der 20-Jährige.

BSG Chemie Leipzig Chemie Leipzig verliert extrem wichtiges Abstiegskampf-Duell gegen BFC Dynamo

Die Kunst wird es jetzt für Trainer Alexander Schmidt (57) sein, seinen Jungs die nötige Sicherheit zu geben. "Den Kopf ausschalten ist aber schwer" so Aliji. "Ich sag mir immer selbst: Wir machen alle Fehler, eines Tages werden wir alle sterben. Das nimmt mir den Druck zumindest bisschen weg."

Aber logisch, der Blick Richtung Tabelle lässt sich nicht ganz abwenden. Der Druck wird also so lange da sein, bis sich Chemie aus dieser Situation gekämpft hat. Falls doch der Worst Case eintritt und der Abstieg ansteht, ist die Zukunft ungewiss.

Auch für Aliji, dessen Vertrag bis 2027 nur für die Regionalliga gilt. "Man muss sich damit beschäftigen, aber ich mach mir jetzt nicht so krass den Kopf damit kaputt. Der Fußball ist sehr schnelllebig. Damit musst du als Spieler einfach umgehen können."

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 25 53:19 58
2 Hallescher FC 25 44:23 50
3 FC Carl Zeiss Jena 24 44:24 48
4 FC Rot-Weiß Erfurt 25 47:31 47
5 FSV Zwickau 24 38:29 45
6 VSG Altglienicke 24 33:29 37
7 Chemnitzer FC 25 38:39 34
8 1. FC Magdeburg II 25 39:35 33
9 FSV 63 Luckenwalde 23 27:30 32
10 Hertha BSC II 24 36:45 30
11 ZFC Meuselwitz 23 33:33 29
12 BFC Preussen 21 28:34 29
13 BFC Dynamo 23 28:36 26
14 SV Babelsberg 03 23 34:43 24
15 Greifswalder FC 24 24:35 23
16 BSG Chemie Leipzig 23 21:36 17
17 FC Eilenburg 24 20:43 15
18 Hertha 03 Zehlendorf 21 17:40 10

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

Mehr zum Thema BSG Chemie Leipzig: