Kapitän Müller zum Aus beim CFC: "Die volle Überzeugung hat auf beiden Seiten gefehlt"

Chemnitz - Acht Jahre beim Chemnitzer FC, über 200 Pflichtspiele, Kapitän und Identifikationsfigur: Tobias Müller (32) war in den vergangenen Jahren das prägende Gesicht bei den Himmelblauen - auf und neben dem Platz. Trainer Benjamin Duda (37): "Er ist ein herausragender Mensch, ein überragender Typ."

Auch in den letzten Spielen der Saison muss der CFC auf seinen Kapitän Tobias Müller (32) verzichten.  © Picture Point/Gabor Krieg

Aktuell ist der Mittelfeldstratege verletzt. Müller wird nicht mehr für den CFC auflaufen. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus. Vor dem Derby am Samstag gegen den FSV Zwickau wird er mit weiteren acht CFC-Spielern offiziell verabschiedet. Auf der Homepage der Regionalligisten sprach der gebürtige Oberlausitzer über …

… den bevorstehenden Abschied:

"Ich blicke mit viel Stolz und Dankbarkeit auf die acht Jahre zurück. Heutzutage ist im Fußball, aber auch im Leben allgemein, alles sehr schnelllebig geworden. Deshalb bin ich für diese lange Zeit bei einem Verein umso dankbarer. Es gab viele Höhen und Tiefen, und ich habe auf diesem Weg viele besondere Menschen kennengelernt. All das bleibt."

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… über seine Knieprobleme:

"Natürlich hätte ich mir einen anderen Abschied gewünscht. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert.

Ich konnte mich innerlich schon etwas darauf vorbereiten, habe mit der Situation meinen Frieden gemacht und freue mich auf den Tag. Ich bin überzeugt, dass es trotzdem ein schöner Abschied wird."

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Zuletzt lief Tobias Müller (r.) am 25. Spieltag gegen den Halleschen FC auf.  © Picture Point / Roger Petzsche

CFC-Kapitän Müller erzählt von offenem Austausch: "Der Verein möchte sich auf meiner Position neu aufstellen"

Tobias Müller (l.) beschrieb die Zeit in Dresden als "ehrlichen und harten Einstieg".  © Lutz Hentschel

… die überraschende Trennung:

"Im Januar gab es im Trainingslager einen intensiveren Austausch mit den Verantwortlichen darüber, wie es für mich über das Saisonende hinaus weitergehen könnte. Die Dinge sind hinter den Kulissen offen und ehrlich angesprochen worden. Mein Gefühl war, dass auf beiden Seiten schlussendlich nicht mehr die volle Überzeugung vorhanden war, die es für eine weitere Zusammenarbeit gebraucht hätte. Der Verein möchte sich auf meiner Position neu aufstellen - das ist legitim und gehört im Fußballgeschäft dazu."

… die acht Jahre beim CFC:

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"Der Drittliga-Aufstieg im ersten Jahr war etwas ganz Besonderes. Die drei Sachsenpokalsiege waren außergewöhnlich - vor allem die beiden im eigenen Stadion. Auch die DFB-Pokalspiele gegen den Hamburger SV, Hoffenheim und Union Berlin bleiben in Erinnerung, auch wenn wir sie denkbar knapp verloren haben. Das waren echte Pokalfights als Underdog gegen große Mannschaften - da hat die Gellertstraße gebebt. Eine unglaubliche Atmosphäre."

2015 wechselte Tobias Müller zunächst nach Halle, bevor es ihn erst nach Köln und am Ende zum CFC zog.  © Lutz Hentschel

… die Anfänge bei Dynamo Dresden:

"Das war für mich als damals 19-Jähriger ein ehrlicher und harter Einstieg in den Profifußball. Peter Pacult war ein Trainer der alten Schule, den es so heute kaum noch gibt. Es gab keinen festen Trainingsplan, vieles wurde von Tag zu Tag entschieden - du musstest immer bereit sein. Gleichzeitig hat er auf mich Rücksicht genommen und mir ermöglicht, parallel zum Zweitliga-Alltag mein Abitur zu machen - das war nicht selbstverständlich. Er hat mich gefördert und mich gerade in meiner Anfangszeit bewusst geschützt, insbesondere vor der großen Medienlandschaft in Dresden."

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Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 32 59:27 68
2 FC Carl Zeiss Jena 32 61:35 66
3 FSV Zwickau 32 49:41 61
4 Hallescher FC 32 58:34 60
5 FC Rot-Weiß Erfurt 32 63:43 58
6 VSG Altglienicke 32 48:39 49
7 Chemnitzer FC 32 51:48 47
8 BFC Preussen 32 48:53 47
9 1. FC Magdeburg II 32 53:46 46
10 FSV 63 Luckenwalde 32 35:43 42
11 Hertha BSC II 32 44:56 39
12 SV Babelsberg 03 32 60:58 38
13 BSG Chemie Leipzig 32 40:46 37
14 BFC Dynamo 32 42:48 36
15 Greifswalder FC 32 36:42 34
16 ZFC Meuselwitz 32 42:58 32
17 FC Eilenburg 32 33:60 23
18 Hertha 03 Zehlendorf 32 26:71 14

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

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