Riesenwirbel um Ex-CFC-Kapitän: "Dennis Grote ist ein Hu...sohn"!

Chemnitz - Was für ein Chaos rund um Dennis Grote (35)! Der frühere Kapitän vom Chemnitzer FC spielt aktuell bei Rot-Weiss Essen in der Regionalliga West. Dort ist er ebenfalls Spielführer und Leistungsträger.

Dennis Grote (35, l.) spielte zwischen 2016 und 2019 110-mal für den Chemnitzer FC, erzielte 13 Tore und gab 27 Assists.
Dennis Grote (35, l.) spielte zwischen 2016 und 2019 110-mal für den Chemnitzer FC, erzielte 13 Tore und gab 27 Assists.  © picture point/Sven Sonntag

Ein Angebot eines Konkurrenten sorgte für Aufruhr unter den Fans, die den zentralen Mittelfeldmann am Samstag beim 1:0-Auswärtserfolg beim SV Straelen laut der "RevierSport" mit "Dennis Grote ist ein Hurensohn"-Sprechchören beschimpft haben sollen. Zuvor wurde er auch schon in den Sozialen Medien als "Ratte" und "Verräter" beleidigt.

Zum Hintergrund: Der Vertrag vom einstigen Bundesliga-Profi läuft nur noch bis zum 30. Juni 2022. Nun erhielt er von seinem Ex-Verein, dem SC Preußen Münster, direkter RWE-Verfolger im Aufstiegskampf, eine sehr gute Offerte, wie die "RevierSport" in einem anderen Artikel berichtet.

Grotes Kumpel Peter Niemeyer (38), der einstige Kapitän von Hertha BSC, ist aktuell SCP-Manager und soll ihm einen langfristigen Vertrag angeboten haben. 18 Monate als Spieler und anschließend zwei Jahre als Funktionär.

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Wenig verwunderlich, dass er sich das im fortgeschrittenen Fußballer-Alter von 35 Jahren überlegt und bei den Essener Verantwortlichen vorstellig wurde. Mittlerweile hat sein aktueller Verein eine offizielle Stellungnahme abgegeben und erklärt, dass einem Wechsel in der Winterpause "eine kategorische Absage erteilt" wurde.

Dazu habe man den Leader "für die letzten beiden Spiele des Jahres vom Trainings- und Spielbetrieb" freigestellt. "Einerseits, um Dennis Grote die Gelegenheit zu geben, sich vollständig klar zu werden über seine kurz- und mittelfristige berufliche Zukunft und außerdem, um die volle sportliche Konzentration der Mannschaft auf die letzten beiden Spiele nicht zu gefährden."

Stellungnahme von Rot-Weiss Essen zum Fall Dennis Grote

Dennis Grote wurde von Rot-Weiss Essen vorläufig suspendiert

Dennis Grote (35) kennt das Profigeschäft in- und auswendig. In seiner Vita stehen u.a. 69 Bundesliga-Einsätze, 50 Zweitliga-Partien, 184 Drittliga-Begegnungen und 14 Spiele für die deutsche U21.
Dennis Grote (35) kennt das Profigeschäft in- und auswendig. In seiner Vita stehen u.a. 69 Bundesliga-Einsätze, 50 Zweitliga-Partien, 184 Drittliga-Begegnungen und 14 Spiele für die deutsche U21.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

RWE-Sportdirektor Jörn Nowak (35) erklärte: "Preußen Münster hat zu keiner Zeit Kontakt zu uns aufgenommen und eine offizielle Anfrage gestellt. Dass Dennis uns mit dieser Überlegung konfrontiert, noch dazu zu diesem Zeitpunkt, kam für uns sehr überraschend."

Er führte weiter aus: "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Dennis sich mit dieser Option beschäftigt, insbesondere wohl auch deshalb, weil dieses Angebot eine längerfristige berufliche Anschluss-Perspektive für ihn beinhalten soll."

Nowak schlussfolgerte: "Bei allem Verständnis dafür müssen wir im Rahmen unserer Gesamtverantwortung die für RWE besten Entscheidungen treffen. Dazu zählt auch die vorübergehende Freistellung von Dennis. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns in dieser Angelegenheit erst dann wieder öffentlich zu Wort melden werden, wenn es einen neuen Sachstand gibt. Dazu werden wir uns in den kommenden Tagen intern beraten."

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Grote wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern im Münsterland und hat sich dort ein Haus gebaut. Wenig verwunderlich, dass er bei so einem verlockenden Angebot genau überlegt. Er erklärte vor einigen Monaten in der "RevierSport": "Meine Familie stammt aus Wettringen und wir leben auch hier. Das ist 35 Kilometer von Münster entfernt. Für Familienausflüge oder Einkäufe sind wir oft in Münster. Das ist schon Heimat für uns."

Dennis Grote nimmt das Wechselverbot professionell

Dennis Grote (35) verließ den Chemnitzer FC im Sommer 2019 als Regionalliga-Meister und Sachsenpokal-Sieger. Seitdem kam er für Rot-Weiss Essen in 81 Einsätzen auf elf Tore und 18 Vorlagen.
Dennis Grote (35) verließ den Chemnitzer FC im Sommer 2019 als Regionalliga-Meister und Sachsenpokal-Sieger. Seitdem kam er für Rot-Weiss Essen in 81 Einsätzen auf elf Tore und 18 Vorlagen.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Der zentrale Mittelfeldmann führte weiter aus: "Ich bin mit Sportchef Peter Niemeyer privat befreundet, kenne aus meiner Zeit noch Maximilian Schulze-Niehues und Simon Scherder."

Der Kontakt zum SC Preußen ist auch deshalb nie abgerissen. Nach all diesen Irrungen um seine Person bezog Grote in der "RevierSport" Stellung und erklärte: "Die Freistellung war für mich erstmal sehr bitter." Denn er wollte nur "ehrlich und transparent gegenüber den Verantwortlichen Marcus Uhlig, Jörn Nowak und Christian Neidhart sein."

Er erläuterte: "Wir haben uns gesagt, dass wir ehrlich miteinander umgehen und uns alles erzählen. Ich habe den Verantwortlichen dann von der Möglichkeit nach Münster zu gehen und auch einen Anschlussvertrag nach meiner aktiven Karriere zu erhalten, erzählt. Mir war im Grunde von Anfang an klar, dass das kein realistisches Szenario ist. Aber nochmal: Ich wollte nur ehrlich sein. Als RWE sagte, dass ich keine Freigabe erhalte, war das Thema für mich auch sofort erledigt."

Grote ergänzte: "Wäre es nach mir gegangen, hätte ich auch spielen können und der Mannschaft helfen wollen. Allerdings hatte ich auch Verständnis für die Entscheidung der Verantwortlichen."

Deshalb hofft der Routinier, dass er zum Trainingsauftakt am 2. Januar wieder dabei sein und die restliche Rückrunde mit RWE spielen kann. Schließlich hat er sich sportlich nie etwas zuschulden kommen lassen, war bis zu seiner Suspendierung wieder unumstrittener Stammspieler (18 Einsätze) und bildete im Mittelfeldzentrum eine exzellente Achse mit Luca Dürholtz (28).

Titelfoto: Picture Point/Kerstin Dölitzsch

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