Stimmungsboykott der CFC-Ultras? Torschütze Müller: "Helfen tut uns das nicht"

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Chemnitz - Bis zur 83. Minute schmorte CFC-Innenverteidiger Felix Müller (28) im Duell mit dem ZFC Meuselwitz auf der Bank. Trainer Benjamin Duda (37) setzte in der Abwehrzentrale auf Julius Bochmann (20).

In wenigen Minuten sorgte Felix Müller (28, r.) erst für die Vorlage zum Ausgleich und schoss kurze Zeit später das entscheidende Tor zum 3:2.
In wenigen Minuten sorgte Felix Müller (28, r.) erst für die Vorlage zum Ausgleich und schoss kurze Zeit später das entscheidende Tor zum 3:2.  © Picture Point / Roger Petzsche

Der Youngster bleibt über den Sommer hinaus bei den Himmelblauen. Müller ist einer von neun Spielern, die den Verein nach der Saison verlassen müssen.

Dass er sich bis zuletzt reinhängen wird, stellte der gebürtige Zeitzer am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung (83. Minute) gewann er im Strafraumzentrum das Kopfballduell. Der Ball landete bei Dejan Bozic (33). Der vollendete in Torjägermanier zum 2:2-Ausgleich.

In der Nachspielzeit war Müller erneut zur Stelle. Gedankenschnell drückte er den Ball über die Linie, rettete den Gastgebern drei wichtige Punkte und vergrößerte die Abstiegssorgen bei seinem Ex-Verein.

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"Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das hat sich die Mannschaft verdient", erklärte der gebürtige Zeitzer, der für Meuselwitz 121 Regionalliga-Spiele bestritt. Im Sommer 2023 wechselte Abwehrrecke Müller vom ZFC zum CFC.

Bei dem hängt der Haussegen nach der 0:2-Pokalpleite gegen den FC Erzgebirge Aue schief.

Felix Müller versteht den Frust der Fans, sieht den Boykott aber nicht als hilfreich an.
Felix Müller versteht den Frust der Fans, sieht den Boykott aber nicht als hilfreich an.  © Picture Point / Roger Petzsche

Klares Ziel von CFC-Innenverteidiger Felix Müller: "Das nächste Derby wollen wir dann schon gewinnen"

Am Sonntagnachmittag blieb es auf der Südkurve im "eins-Stadion An der Gellertstraße" still.
Am Sonntagnachmittag blieb es auf der Südkurve im "eins-Stadion An der Gellertstraße" still.  © Picture Point / Roger Petzsche

"Am Ende kriegen wir immer alles ab. Teilweise sicher auch mit Recht. Wir nehmen das so hin. Als Mannschaft stehen wir zusammen - auch in den Phasen, in denen es nicht so toll läuft", betonte der erfahrene Verteidiger mit Blick auf den Stimmungsboykott, zu dem die Ultras Chemnitz 1999 nach der Derbypleite aufgerufen hatten.

Bis auf die zwischenzeitlichen "Schieber, Schieber"-Rufe blieb es in der Südkurve über die komplette Spielzeit ruhig. Die Fans hatten ein großes Banner angebracht: "Motivation und Leidenschaft versprechen, aber am Ende wieder alle himmelblauen Herzen brechen!"

Müller: "Kein Fan ist glücklich, wenn seine Mannschaft gerade in solch bedeutungsvollen Duellen verliert. Deshalb kann man das ein bisschen nachempfinden. Helfen tut uns das nicht."

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Der 28-Jährige versprach, dass er sich bis zum letzten Spieltag für den CFC zerreißen wird. Und er hofft, dass die Anhängerschaft den Stimmungsboykott beenden wird.

Müller: "Am Ende ist es so, dass wir als Mannschaft zusammenhalten müssen. Ich hoffe, dass uns die Fans in den kommenden Spielen wieder unterstützen. Weil: Ein Derby haben wir noch vor der Brust. Und das wollen wir dann schon gewinnen."

Gemeint ist das letzte Heimspiel am 9. Mai gegen den FSV Zwickau.

Titelfoto: PICTURE POINT / Roger Petzsche (2)

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