Eintracht, Riera und der große Frust: Wie geht's in Frankfurt jetzt weiter?

Von Ulrike John und Christian Johner

Frankfurt am Main - Nach gerade einmal zwei Monaten bei Eintracht Frankfurt verspürt Albert Riera "Frustration um mich herum". Dabei war der 43 Jahre alte Mallorquiner mit einer Leidenschaft und Wortgewalt gestartet wie selten ein Bundesliga-Trainer am Main zuvor.

So richtig stimmt die Chemie zwischen Trainer Albert Riera (2.v.r.) und der Mannschaft noch nicht.  © Florian Wiegand/dpa

Und jetzt? Die Hessen bangen weiter um die Europacup-Teilnahme. Es geht praktisch nichts voran vor dem Spiel beim Bundesliga-Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr). Und Riera scheint schon entzaubert.  

Das liegt auch an immer wieder irritierenden Aussagen des Spaniers, der sich schnell in Rage redet – vor allem bei kritischen Fragen.

Der extrovertierte Nachfolger von Dino Toppmöller (45) hinterlässt bei Pressekonferenzen regelmäßig ratlose oder überraschte Gesichter.

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Albert Riera: "Waren schlechteste Mannschaft in Europa"

Zuletzt nach dem enttäuschenden 2:2 gegen den 1. FC Köln verwies der Eintracht-Coach, einst Nationalspieler und Profi unter anderem beim FC Liverpool, auf die eklatante Anfälligkeit bei Gegentoren unter seinem Vorgänger.

"Als ich am 1. Februar kam, waren wir die schlechteste Mannschaft in Europa", sagte er. Er sei am schlimmsten Tag überhaupt nach Frankfurt gekommen: "Am Ende des Transferfensters, ohne Saisonvorbereitung, ohne Zeit." 

Dabei hatte die Eintracht im Winter mit Arnaud Kalimuendo (24), Ayoube Amaimouni (21) und Younes Ebnoutalib (22) drei vielversprechende Angreifer geholt. Vorstandssprecher Axel Hellmann (54) rief da noch eine "Aufholjagd" aus: "Wir können noch große Dinge schaffen auf der Zielgeraden."

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Götze und Uzun: Neue personelle Baustellen aufgemacht

Auch Can Uzun (20) hatte zuletzt unter Trainer Riera wenig zu lachen und wurde öffentlich kritisiert.  © Carvales Carvajal/dpa

Nach drei Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen unter Riera scheint der Trainerwechsel aber schon verpufft. Zumal spielerisch kaum Fortschritte zu erkennen sind.

Zudem machte Riera zuletzt personelle Baustellen auf, die jeweils für große Debatten sorgten: Mario Götze (33) setzte er auf die Tribüne, ehe der Club mit dem WM-Finaltorschützen von 2014 den Vertrag verlängerte.

Den türkischen Nationalspieler Can Uzun (20) ließ Riera am vergangenen Wochenende auf der Bank schmoren und verabreichte ihm später ungefragt eine verbale Ohrfeige: "Du kannst mit dem Ball so gut sein, wie du willst. Wenn du es aber nicht ohne Ball bist, wirst du bei Albert nicht spielen."

Sportvorstand Markus Krösche muss seinen Trainer bereits gegen Kritik verteidigen

Eintracht Sportvorstand Markus Krösche (45) hatte sehr von Albert Riera geschwärmt, jetzt muss er den Trainer regelmäßig gegen Kritik verteidigen.  © Marc Schüler/dpa

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche (45) hatte den in Deutschland weitgehend unbekannten Fußballlehrer Ende Januar nach Frankfurt gelotst, nachdem er bereits zweieinhalb Jahre mit ihm in Verbindung gestanden und von ihm geschwärmt hatte.

Inzwischen ist Krösche bereits in der Rolle, seinen Chefcoach jede Woche verteidigen zu müssen. Für den immer umstritteneren Coach ist seine Gesamtbilanz in Frankfurt bisher "kein Desaster. Ich will etwas erschaffen."

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 28 100:27 73
2 Borussia Dortmund 28 60:28 64
3 RB Leipzig 28 55:36 53
4 VfB Stuttgart 28 56:38 53
5 TSG 1899 Hoffenheim 28 55:41 50
6 Bayer 04 Leverkusen 28 58:39 49
7 Eintracht Frankfurt 28 52:53 39
8 SC Freiburg 28 41:47 37
9 1. FSV Mainz 05 28 35:43 33
10 1. FC Union Berlin 28 32:47 32
11 FC Augsburg 28 34:51 32
12 Hamburger SV 28 32:41 31
13 Borussia Mönchengladbach 28 35:48 30
14 SV Werder Bremen 28 31:49 28
15 1. FC Köln 28 40:49 27
16 FC St. Pauli 28 25:45 25
17 VfL Wolfsburg 28 38:63 21
18 1. FC Heidenheim 28 29:63 16

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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