Außenseiter oder Aufbruch? Energie Cottbus vor Grundsatz-Entscheidung
Cottbus - Alles eine Frage der Strategie! Energie Cottbus befindet sich inmitten einer richtungsweisenden Woche.
Vor dem 60. Vereinsgeburtstag am Samstag muss eine Grundsatz-Entscheidung getroffen werden: Ist der Klub bereit, sich ein Stück weit von der von Trainer Pele Wollitz (60) propagierten "Außenseiter"-Rolle zu verabschieden?
Mit 40 Punkten nach 21 Spieltagen (und Platz zwei) ist der Klassenerhalt so gut wie fix, für Cottbus kann es im Jubiläumsjahr eigentlich nur noch um den Aufstieg gehen.
Es ist ein Szenario, das sich die Macher um Sebastian Lemke (42) zum Amtsantritt Ende 2020 erträumt hatten und das jetzt Realität werden könnte. Doch dafür wird Energie einen Kurs einschlagen müssen, der auch in die Hose gehen kann.
Will man in Zukunft "selbstbewusster" (O-Ton Wollitz und Lemke unisono) auftreten, benötigt es eine Aufbruchstimmung und selbstbewusstere Spieler.
Spieler, die die Situation als Chance begreifen und nicht als Ballast sehen, wie die schwache zweite Hälfte gegen Underdog Schweinfurt offenbarte.
Tolga Cigerci weiter ein Thema, ein bis zwei Top-Zugänge sollen für die Defensivzentrale kommen
Wollitz und das erweiterte Trainerteam werden die komplette Rückrunde als Psychologen gefragt sein, um jeden Einzelnen weiter starkzureden – und auch nach außen Optimismus zu vermitteln.
Dafür unabdingbar: ein oder zwei Neuzugänge mit Top-Qualität und mentaler Stärke. Cottbus sucht einen Organisator für die Sechs oder Innenverteidigung, eventuell auch für beide Positionen.
Nach TAG24-Informationen ist Tolga Cigerci (33) in den Gedankenspielen nach wie vor ein Thema, das in den Gremien intensiv diskutiert wird.
Allerdings: Ein Vertrag für den Ex-Bundesliga-Star würde nicht nur das Sprengen des Gehaltsgefüges bedeuten, sondern auch, dass Energie plötzlich in der Wahrnehmung der 3. Liga kein Außenseiter wäre.
Zugleich wäre die Verpflichtung eines Kalibers seiner Größe ein Signal an seine Mitspieler, den Klub und das Umfeld: Wir trauen es uns zu, den Aufstieg zu packen.
Anderenfalls droht Energie emotional den ein oder anderen Spieler und Fan zu verlieren.
Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

