Finsterwalde - Unschöne Szenen bei einem Testspiel zwischen zwei Ostrivalen! Die Partie im Brandenburgischen Finsterwalde zwischen Energie Cottbus und dem Halleschen FC musste nach einer rassistischen Entgleisung zweier Halle-Fans beim Stand von 2:0 (1:0) vorzeitig abgebrochen werden.
Vorausgegangen war in einem ab Minute eins aufgeheiztem Spiel ein hartes Foul an der Seitenlinie von Halles Robert Berger, woraufhin Justin Butler vor dem Gästeblock verletzt liegen blieb.
Eine Rudelbildung und Wortgefechte zwischen Energie-Akteuren auf dem Feld und HFC-Anhängern auf den Rängen folgten: Darunter rassistische Äußerungen gegen FCE-Verteidiger King Manu, die er lautstark anprangerte.
FCE-Präsident Sebastian Lemke erklärte später auf dem Platz, dass Manu mit Affenlauten und dem Wortlaut "er solle Bananen fressen gehen" beleidigt wurde.
Schnell marschierte die Polizei auf, riegelte die Spieler vom Block ab und machte die beiden HFC-Fans ausfindig. Nach zwei weiteren Minuten wurden sie vom Sportplatz geleitet.
Währenddessen entschied der Veranstaltungsleiter die Partie vor 3016 Zuschauern aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Zu dem Zeitpunkt waren 102 von 120 Minuten gespielt. Daraufhin mussten die HFC-Fans zuerst die Sportanlage verlassen, die Energie-Anhänger mussten zunächst im weiten Rund ausharren.
Die nachfolgenden Schritte sollen vorab in der Sicherheitsberatung beschlossen worden. Nach Angaben von Cottbus-Präsident Lemke war der Entschluss des Spielabbruchs im Vorfeld und als Konsequenz des Rassismus-Skandals in der Vorsaison bei 1860 München gefällt worden.
Energie Cottbus gegen den Halleschen FC: Über das Spiel spricht keiner mehr
Die Partie der beiden rivalisierten Vereine hatte im Vorfeld seine Schatten geworfen. Die Veranstalter von SpVgg Finsterwalde und VfB Finsterwalde hatten ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet.
Neben etwa 160 vereinseigenen Helfern waren auch gut Polizei und Sicherheitskräfte in mittlerer einstelliger Zahl vor Ort.
Auf dem Feld war es ab Minute eins intensiv zugegangen. Schiedsrichter Marcel Riemer ließ bei vielen harten Zweikämpfen eine lange Leine und verpasste es - aus Sicht der Vereine - hier und da Karten zu verteilen.
Darüber machten sich auch die Trainer beider Mannschaften lautstark Gehör. Nach dem harten Foul auf dem Platz und dem Rassismus-Eklat auf den Rängen fand ein stimmungsvoller Nachmittag ein unwürdiges Ende.
Über das Spiel (2:0, Tore: Hannemann (55.) und Wardak (62.)) und die tolle Organisation spricht jetzt keiner mehr.
Stattdessen äußerten sich beide Vereine in einem gemeinsamen Statement: "Das heutige Testspiel zwischen dem FC Energie Cottbus und dem Halleschen FC wurde aufgrund eines rassistischen Vorfalls gegen einen Spieler von Energie Cottbus abgebrochen. Für Rassismus und Diskriminierung gibt es in beiden Vereinen keinen Platz, weder auf dem Spielfeld noch auf den Rängen!"
Erstmeldung: 15.36 Uhr, aktualisiert: 16.21 Uhr