"Darfst Ulm nicht so einladen!": Dotchevs Sieg erhöht Druck auf seinen Aue-Nachfolger Härtel

Aue - Pavel Dotchev (60) lieferte am Sonnabend Argumente, wieso unter ihm als Trainer der Klassenerhalt für den SSV Ulm möglich sein kann. Jens Härtel (56) dagegen steht nach dem indiskutablen 0:3 (0:0) gegen Ulm jetzt am Freitag auswärts in Havelse massiv unter Erfolgsdruck, sonst gehen ihm irgendwann die Argumente aus, wieso Erzgebirge Aue die Trendwende doch noch hinbekommt.

Enttäuschung bei Aue nach dem Spiel. Jamilu Collins (31,l.) mit Aue-Trainer Jens Härtel (56).
Enttäuschung bei Aue nach dem Spiel. Jamilu Collins (31,l.) mit Aue-Trainer Jens Härtel (56).  © picture point/Sven Sonntag

"Wir sind in der zweiten Halbzeit ein Stück weit auseinander gefallen. Das darf uns nicht passieren. Da musst du strukturiert weiterspielen und darfst Ulm nicht so einladen!", verriet Torjäger Marcel Bär (33), was nach dem deprimierenden Auftritt im Spielerkreis mit Cheftrainer Härtel besprochen wurde.

Dabei war Aue in der ersten halben Stunde gegen einen sichtlich verunsicherten Vorletzten gut in der Partie gestartet und musste zwingend die Führung herbeiführen. Erneut wurden beste Chancen, wie die von Mika Clausen (23), liegengelassen.

Dazu kam: Drei aus der Ulmer Viererkette sahen vor dem Seitenwechsel Gelb. Da fehlte dann der weitere Druck, um in einem intensiv geführten Spiel auf schwierigem Geläuf eine mögliche Ampelkarte beim Gegner zu provozieren.

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"Wir hatten nicht so guten Zugriff beim Anlaufen, hatten lange Laufwege, waren immer einen Tick zu spät und hatten keinen Zugriff, sodass uns Aue in der ersten Halbzeit das Spiel schwer gemacht hat", blickte Dotchev zurück.

Aber Aue schlug daraus eben kein Kapital. "Fußball ist Ergebnissport. Wir hätten durch unsere Torchancen mit 2:0 in die Halbzeit gehen können", verdeutlichte Bär.

Pavel Dotchev wünscht sich, dass Aue und Ulm auch nächste Saison 3. Liga spielen

Pavel Dotchev (60) war wohl einer der wenigen, die Aue im Abstiegskampf die Daumen drücken und dennoch mit einem Lächeln das Erzgebirgsstadion verließ.
Pavel Dotchev (60) war wohl einer der wenigen, die Aue im Abstiegskampf die Daumen drücken und dennoch mit einem Lächeln das Erzgebirgsstadion verließ.  © picture point/Sven Sonntag

Dotchev stellte taktisch um, der SSV Ulm rettete sich mit 0:0 in die Pause und kam mit einem anderen Gesicht aus der Pause.

"Wir haben das in der Halbzeit genau angesprochen, wie wir es haben wollen und dann hatte die zweite Hälfte einen ganz anderen Charakter, weil wir ein kompakteres Mittelfeld und einen besseren Zugriff hatten", manövrierte der 60-jährige Bulgare seinen Ex-Verein aus.

Auf der Gegenseite sah man das wie folgt. Bär: "Ulm baute dann mit drei Mann auf, worauf wir zu Beginn nicht den Zugriff hatten." Die Spatzen nutzten das für ihren Doppelschlag durch Marcel Seegert (48.) und den emsigen Mirnes Pepic (54.), der zuvor bereits als Vorlagengeber in Erscheinung trat. Das und die Rote Karte gegen Aue-Verteidiger Ryan Malone (64.), der Pepic an der Mittellinie rüde umnietete, zog den Veilchen den Teppich unter den Füßen weg.

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"Wenn du innerhalb von ein paar Minuten zwei Gegentore frisst, dann macht das was mit dir, gerade zu Hause, gerade wenn du dir so viel vornimmst, vor einem ganz wichtigen Spiel. Da gehen die Köpfe leider etwas runter. Die Rote Karte war noch die Kirsche auf der Torte, denn da war das Spiel dann durch", so Bär.

Dotchev sagte hinterher, er sei sich zu 100 Prozent sicher, dass der FCE den Klassenerhalt schafft und wünsche sich, dass Aue und Ulm auch nächste Saison 3. Liga spielen. Aber dann muss die Härtel-Elf am Freitag in Havelse wieder anfangen zu punkten ...

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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