Die Spatzen fliegen mit Ex-Veilchen ein! Pepic kommt mit "breiter Brust"
Aue - Vor etwas mehr als einem Jahr übernahm Jens Härtel (56) Erzgebirge Aue, nachdem sein Vorgänger Pavel Dotchev (60) im Dezember 2024 freigestellt worden war. Samstagnachmittag betreten beide die Bühne des Erzgebirgsstadions erstmals gemeinsam.
Härtel läuft vom Mundloch aus die Mittellinie entlang leicht nach links zur Seitenlinie, Dotchev, mittlerweile Coach des SSV Ulm, leicht nach rechts zur Gästebank. Für beide ist es ein Spiel, das für den weiteren Saisonverlauf wegweisend ist.
Gewinnt Aue, setzt man sich erheblich vom direkten Konkurrenten ab. Ulm müsste dann im weiteren Saisonverlauf drei Siege aufholen, um überhaupt erst mal wieder gleichzuziehen.
Setzt sich Dotchev mit seiner neuen Truppe um die Ex-Veilchen Mirnes Pepic (30) und Niko Vukancic (23) durch, weht im Lößnitztal wieder eine steifere Brise, denn dann trennen beide Klubs nur noch drei Zähler, die sich binnen eines Spieltags aufholen lassen.
"Wir fahren da mit breiter Brust rüber, wollen alles rausholen und hoffentlich mit drei Punkten nach Hause fahren", sagte Pepic, der bei den Ulmer Spatzen nun schon das fünfte Mal mit Dotchev die gleiche Station teilt, dem MDR.
Aue-Coach Härtel über Ex-Trainer Dotchev: "Er hat für diesen Verein unheimlich viel geleistet"
Man merkt, es geht für alle um extrem viel. Es ist eine Ausgangslage, die manchen nur verbissen aufs eigene Wohl und Wehe schauen lassen würde, nicht so bei Härtel und Dotchev.
So hatte der Ex-Coach unter der Woche im TAG24-Gespräch noch mal unterstrichen, Aue sei ein besonderer Verein, der nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sei. Auch dass ihn die Gremien-Entscheidung pro Härtel Mitte Dezember gefreut habe, war Dotchev wichtig zu erwähnen.
Donnerstagnachmittag gab es die "Retourkutsche" seitens Härtels, der sich für die Rückkehr seines Vorgängers wünscht: "Pavel hat hier für diesen Verein unheimlich viel geleistet. Für ihn wird es emotional auch nicht ganz einfach, weil er hier viel erlebt hat - in diesem Stadion. Ich hoffe, er wird freundlich willkommen geheißen. Ich wünsche ihm alles Gute - außer am Sonnabend, da müssen wir unsere eigenen Interessen wahren."
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