XXL-Nachspielzeiten bald auch in der 3. Liga? Das sagt Aue-Interimstrainer Müller dazu

Aue - Die exorbitant langen Nachspielzeiten bei der Weltmeisterschaft in Katar sind ungewohnt, aber von der FIFA genauso gewollt. Um die Zeit auszugleichen, die durch Zwischenfälle wie Foulspiele, Wechsel, Tore oder Ähnliches verloren geht. Ein Modell, das Schule machen könnte.

FCE-Interimstrainer Carsten Müller (51) muss künftig wohl noch mehr die Uhr im Blick behalten.
FCE-Interimstrainer Carsten Müller (51) muss künftig wohl noch mehr die Uhr im Blick behalten.  © Picture Point/Gabor Krieg

Im Basketball oder Eishockey gibt es die "effektive Spielzeit". Dabei handelt es sich um diejenige Zeit, während der der Ball oder Puck sozusagen im Spiel ist. Bei Spielunterbrechungen wird die Uhr angehalten.

Im Fußball dagegen wird die Zeit nachgespielt, was in Katar extrem streng ausgelegt wird, weshalb bei der Partie England gegen Iran 24 Minuten und bei Argentinien gegen Saudi-Arabien 21 Minuten aufgeschlagen wurden.

Hält dies über kurz oder lang in Deutschland und damit auch der 3. Liga Einzug, müssen sich Trainer und Mannschaften etwas einfallen lassen, wie es zum Beispiel Erzgebirge Aues Interimstrainer Carsten Müller (51) mit seinen Veilchen tut.

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FC Erzgebirge Aue Aue setzt Zeichen nach widerlichem Fisch-Angriff auf Gäste-Block

"Wir versuchen, solche Situationen bereits im Training über zusätzliche Belastungsspitzen am Ende einer ohnehin schon intensiven Einheit zu simulieren wie zum Beispiel durch Tempoläufe", verrät der 51-Jährige.

XXL-Nachspielzeiten könnten zu späten Gegentoren führen

Kevin Lankford (24, l.) traf gegen Aue zum 3:0 für Fortuna Köln. Bisher war das der einzige Gegentreffer der Veilchen in der Nachspielzeit - in dieser Saison.
Kevin Lankford (24, l.) traf gegen Aue zum 3:0 für Fortuna Köln. Bisher war das der einzige Gegentreffer der Veilchen in der Nachspielzeit - in dieser Saison.  © picture point/Sven Sonntag

Die physische Belastung sei das eine, die psychische das andere. Müller: "Letztlich ist es in der Nachspielzeit mit entscheidend, dass die Kraftfrage nicht dazu führt, dass die Konzentration abnimmt. Wenn die geistige Frische nicht mehr da ist, führt das zwangsläufig dazu, dass sich Fehler einschleichen, die zu Torchancen für den Gegner führen können."

Jene späten Gegentore kosteten Aue letzte Saison in der 2. Bundesliga wertvolle Punkte, die am Ende fehlten. Nach der 90. Minute fingen sich die Veilchen 2021/22 mit sechs Gegentoren nach Düsseldorf (acht) die zweitmeisten.

Dieses Spieljahr schluckte Aue dagegen in der Nachspielzeit erst ein Gegentor, und zwar das von Kevin Lankford (24) beim 0:3 in Köln.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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