Rostock - Hansa Rostock kämpft dieser Tage mehr denn je um die Rückkehr in die 2. Bundesliga - doch ein sportlicher Aufstieg sorgt bei der Landespolizei für Alarmbereitschaft.
Wie ein Bericht der Ostsee-Zeitung nahelegt, sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mecklenburg-Vorpommern große Probleme im Falle des Aufstiegs auf sich zukommen:
Landesvorsitzender Christian Schumacher warnt: "Wir müssen hier Klartext reden. Ein möglicher Aufstieg des FC Hansa Rostock ist sportlich ein Erfolg, bedeutet für die Landespolizei jedoch eine massive Verschärfung der Sicherheitslage."
Besonders im Blickfeld seien Risikoduelle gegen Ostklubs wie Dynamo Dresden, dem 1. FC Magdeburg oder auch ein Aufeinandertreffen mit Hertha BSC.
Die unrühmliche Bilanz nach dem Dynamo-Duell zeigte: "Die historische Rivalität führte erst im Februar 2025 in Rostock zu 53 Verletzten und einer fast halbstündigen Spielunterbrechung. Solche Szenarien drohen bei einem Aufstieg zum Regelfall zu werden", führt Schumacher aus.
Hansa Rostock spielt auf Bewährung und könnte an Polizeieinsätzen finanziell beteiligt werden
Ist die vermeintliche Gewalt-Gefahr übertriebene Panikmache oder könnten solche Zustände künftig zur Tagesordnung werden?
Fakt ist: Hansa wurde nach dem denkwürdigen Gewalt-Derby zu einer Geldstrafe von 135.000 Euro verurteilt, spielt diese Saison auf Bewährung. Bei erneuten Eskapaden müsste Hansa zwei Ligaspiele unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.
Auch der Überfall auf einen Sonderzug mit Gäste-Anhängern von Rot-Weiß Essen sorgte für Negativschlagzeilen. Jüngst berichteten Fans von Erzgebirge Aue vor dem Duell an der Ostsee im Hotel bedroht worden zu sein.
Szenarien, die immer häufiger von der Polizei beobachtet werden und ohne Unterstützung von Bundespolizei und Beamten anderer Bundesländer nicht mehr kontrollierbar erscheinen.
Deshalb appelliert Schumacher, dass Hansa künftig selbst mehr Geld in die eigene Sicherheit investieren müsse und sich finanziell an Polizeieinsätzen beteiligt werden solle: "Wer Profifußball in der zweiten Liga will, muss auch für die professionellen Sicherheitsstrukturen bezahlen."
Viele Debatten, die Hansa Rostock, das auch für seine positiv-bekloppten Fans bekannt ist und an einem neuen Zuschauervereinsrekord in der 3. Liga arbeitet, im Aufstiegskampf nicht gebrauchen kann.