Stadion schweigt, Fanszene legt Trauerkranz nieder - berührende Szenen in der 3. Liga

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Saarbrücken - Berührende Momente im Saarbrücker Ludwigspark am Sonntagnachmittag: Gut drei Monate nach dem tragischen Tod von Moritz (†37) an eben jenem Ort gedenken sowohl Heim- als auch Gäste-Anhänger von Hansas Rostock an den verstorbenen Fußballfan.

Saarbrücken gedenkt mit einem Kranz an den verstorbenen Hansa-Fan Moritz (†37).
Saarbrücken gedenkt mit einem Kranz an den verstorbenen Hansa-Fan Moritz (†37).  © IMAGO / Fussball-News Saarland

Schon weit vor Anpfiff gab es die erste bemerkenswerte Aktion an den Hansa-Fan, als Fanvertreter des 1. FC Saarbrücken einen Kranz in Gedenken an den verstorbenen Hansa-Fan niederlegten.

Während des Spiels herrschte im Rostock-Block, der zum traurigen Anlass alle Hansa-Fans aufgerufen hatte, in Schwarz zu erscheinen, überwiegend gedämpfte Stimmung. Ein großes Banner mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden, Moritz" wurde vor den Block gezogen.

Später bedankte sich die Fanszene mit einem Spruchband für die Anteilnahme der Hausherren. FCH-Trainer Daniel Brinkmann (40) blickte zurück: "Ich kann mich noch gut erinnern ans letzte Saisonspiel, als es dann hinten auf einmal ruhig wurde. Da kann man sich vorstellen, dass da einige Menschen Bilder gesehen haben, die sie wahrscheinlich nie wieder vergessen werden."

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Derweil verzichtete die Saarbrücker Virage Est den Support während der ersten 19 Minuten drei Sekunden (gemäß Gründungsjahr 1903 des Clubs) gänzlich. Vor einer Woche war im Pokal-Spiel gegen Hertha ein FCS-Anhänger (†53) in der Kurve zusammengebrochen und zwei Tage später verstorben.

Im Rostocker Block ging daraufhin ein Spruchband mit "Ruhe in Frieden B" hoch. In den Farben getrennt, in der Sache vereint, großes Kino!

Vor dem Rostocker Block hängt ein Banner, später folgt die Danksagung an die Gastgeber.
Vor dem Rostocker Block hängt ein Banner, später folgt die Danksagung an die Gastgeber.  © Imago / Jan Huebner

Hansa Rostock gewinnt dank dreier Standard-Tore das Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken

Der Rostocker Gästeblock nach Abpfiff. Auch ein Graffiti erinnert an Moritz.
Der Rostocker Gästeblock nach Abpfiff. Auch ein Graffiti erinnert an Moritz.  © Imago / Jan Huebner

Das Spiel selbst kam passenderweise erst nach 20 Minuten richtig in Fahrt. Rostocks Sturm-Hoffnung Leon Dajaku (32.) schlenzte einen Ball ins lange Eck, 1:0 Hansa.

Unmittelbar nach der Pause fing sich Rostock den Ausgleich (47.) und schlug wieder einmal nach einem Standard zu, Florian Carstens traf per Kopf nach Ecke (55.).

Fünf Minuten später bekam die Kogge einen Elfmeter zugesprochen, Kapitän Kenan Fatkic (60.) verwandelte sicher, ehe erneut nach Ecke Lukas Wallner (73.) das vierte Hansa-Tor erzielte. Das 2:4 durch Florian Pick (76.) war Ergebniskosmetik.

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Nach dem Spiel sagte Hansa-Coach Brinkmann über den Rahmen: "Ich finde schon, dass es sehr angemessen war. Am Ende verdient es jeder Mensch auch, der den Schicksalsschlag erlitten plus die Familie, dass man demjenigen den nötigen Respekt zollt. Ich glaube, dass das beide Fanlager heute sehr respektvoll gemacht haben."

Rostocks Eil-Transfer David Kopacz (27) stimmte mit ein: "Ich verstehe den Rahmen. Klar, ist das ein bisschen komisch ohne die Gesänge, den Support. Aber wie gesagt. Total verständlich."

Titelfoto: Imago / Jan Huebner

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