1. FC Magdeburg äußert sich zu Krawallen bei Spiel gegen Dresden: "Kein vorab geplanter Angriff"
Magdeburg - Beim Spiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden kam es abseits des Sportlichen zu verheerenden Ausschreitungen zwischen Polizei und Fans. Jetzt äußert sich der Klub selbst zum ersten Mal in umfassender Form.
In einer kurzen Stellungnahme bezog der 1. FC Magdeburg am Sonntag zwar schon Position zu den Geschehnissen, inhaltlich lieferten die elf Zeilen allerdings nur wenig Informationen.
Jetzt wurde ein erneutes Statement veröffentlicht, in dem der FCM klar auf die Situation eingeht: "Nach den uns vorliegenden Informationen handelt es sich nicht um einen vorab geplanten Angriff, sondern um eine Situation, die sich dynamisch und unkontrolliert verselbstständigt hat." Dies widerspricht vorerst den Darstellungen des Polizeibericht, der von der Vermutung ausgeht, dass "die Konfrontation gezielt gesucht wurde."
Laut Angaben entstand diese Situation durch Heimfans, die "sowohl über den Innenraum als auch den Stadionumlauf versuchten, gewaltsam in Richtung des Gästeblocks vorzudringen."
"Anschließend begann die Konfrontation mit den Polizeikräften, die zur Unterstützung des Ordnungsdienstes in den Umlauf hinter der Nordtribüne gekommen waren", schildert der FCM den weiteren Ablauf der Ausschreitungen.
Nach Angaben von Magdeburg fand der Versuch in den Auswärtsblock zu gelangen statt, "nachdem zwei Raketen und vier Böller aus dem Gästeblock in den Heimbereich abgeschossen wurden".
Geisterspiele beim 1. FC Magdeburg?
Auf die geforderten Maßnahme, in der Avnet-Arena bis Ende der laufenden Saison nur noch Geisterspiele stattfinden zu lassen, antwortet Magdeburg: "Solange dieser Prozess [der Aufarbeitung, Anm. d. Red.] nicht abgeschlossen ist, können und wollen wir keine vorschnellen Bewertungen oder Maßnahmenpakete veröffentlichen."
Die Kernaussage dieser Stellungnahme bleibt auch fünf Tage nach den Vorkommnissen gleich: "Der 1. FC Magdeburg steht für Gemeinschaft, Verantwortung und ein friedliches Stadionerlebnis für alle. Wir verurteilen die Ereignisse vom Samstag aufs Schärfste."
Mit einem Blick auf die Zukunft sagt der FCM: "Der Auftrag ist es nun, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu entwickeln, die solche Vorfälle künftig verhindern". Die Dynamik zwischen Fans, Polizei und Verein wird auch am kommenden Freitag angespannt sein.
Titelfoto: Imago / Christian Schroedter
