St.-Pauli-Trainer geht mit seinem Team hart ins Gericht: "Geschenke, die wir verteilen"

Hamburg - Diese Niederlage tut richtig weh! Der FC St. Pauli hat am Freitagabend völlig unnötig bei Borussia Mönchengladbach mit 0:2 (0:1) verloren. Besonders bei den Gegentoren machten die Kiezkicker keine gute Figur.

St. Paulis Eric Smith (29, r.) beging vor dem 0:1 ein unnötiges Foulspiel, weil er Gegenspieler Yannik Engelhardt (25) nicht kommen sah.
St. Paulis Eric Smith (29, r.) beging vor dem 0:1 ein unnötiges Foulspiel, weil er Gegenspieler Yannik Engelhardt (25) nicht kommen sah.  © IMAGO / DeFodi Images

Alexander Blessin (52) schlich nach Abpfiff nicht sonderlich glücklich über den Rasen im Borussia-Park, zu sehr ärgerte sich St. Paulis Trainer über die vermeidbare Niederlage. "Es sind zwei Geschenke, die wir verteilen", erklärte er am Sky-Mikrofon.

Beim ersten Gegentor monierte er vor allem die Entstehung. Eric Smith (29) sah Gegenspieler Yannik Engelhardt (25) nicht in seinem Rücken kommen und foulte den Gladbach-Profi.

"Wir wollten aktiv sein und nicht reaktiv. Er sieht ihn vielleicht nicht, aber das ist mir egal", sprach Blessin das Problem klar an. "Da muss er besser seinen Körper dazwischen bringen, da müssen wir vom Kopf her einfach wach sein."

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Den fälligen Freistoß haute Kevin Stöger (32) sensationell in den Winkel (37. Minute). "Ein wunderschöner Freistoß, wie er den da reinzirkelt. Der hat genau gepasst", erkannte der 52-Jährige an.

Das 0:1 war dabei eigentlich in eine Phase gefallen, in der St. Pauli nach anfänglichen Problemen besser ins Spiel gekommen war und kurz zuvor noch selbst durch Joel Chima Fujita (24) die große Chance zur Führung hatte. Doch der Japaner bekam nicht mehr richtig Druck hinter den Ball, sodass Gladbach-Keeper Moritz Nicolas (28) noch klären konnte (27.).

FC St. Pauli: Alexander Blessin ärgert sich über Abwehrverhalten vorm zweiten Gegentor

St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) nahm nach der Niederlage kein Blatt vor den Mund.
St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) nahm nach der Niederlage kein Blatt vor den Mund.  © WITTERS

Nach dem Rückstand zur Halbzeit hatten die Kiezkicker deutlich mehr vom Spiel, auch, weil sich Gladbach immer tiefer fallen ließ. Eine Situation nutzten die Borussia dann noch einmal eiskalt aus. "Auch das zweite Tor ist hergeschenkt", ärgerte sich Blessin erneut.

Lars Ritzka (27) war zunächst im Mittelfeld an seinem Gegenspieler dran, drehte dann aber ab. In der Folge lief Hauke Wahl (31) nur halbherzig mit Joe Scally (23) und letztlich schaltete Tomoya Ando (27) frühzeitig ab, sodass Franck Honorat (29) trocken zum 2:0 traf.

"Das sind einfach vermeidbare Tore. Es war aber auch einfach kein gutes Spiel von uns", gab Blessin zu. "Trotzdem kann man mit einem 0:0 hier rausgehen. Dann ist alles gut."

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So ist es das eben nicht. Denn durch den Gladbacher Sieg im direkten Duell sind die Fohlen auf vier Zähler davon gezogen. "Das ist natürlich ärgerlich. Wir brauchen, so wie in den Vorwochen auch, die 100 Prozent. Heute waren wir in manchen Situationen einfach nicht bereit", bemängelte der FCSP-Trainer.

Für ihn und sein Team geht es nun darum, sich zu schütteln und gegen Freiburg am kommenden Spieltag am heimischen Millerntor wieder eine deutlich bessere Leistung abzurufen, dann klappt es vielleicht auch wieder mit den Punkten.

Titelfoto: WITTERS

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