Zwickau - Während der FSV Zwickau vom Chemnitzer FC einen ordentlichen Leberhaken verpasst bekommen hat und mit 1:3 (0:2) fast noch schmeichelhaft niedrig verlor, gab's verbal die Retourkutsche weit unterhalb der Gürtellinie. "Verdammter Hurensohnverein", wütete Zwickaus Angreifer Veron Dobruna (25) beim Gang in die Katakomben des Gellertstadions. Zuvor hatte es schon eine Rudelbildung auf dem Spielfeld gegeben, die von beiden Sportchefs geschlichtet wurde.
"Die Jungs sollen sich mit sich und ihrer Leistung beschäftigen, statt Streit mit dem Gegner zu suchen. Wir haben genügend zu tun", kritisierte Robin Lenk (42) in der Mixed-Zone.
Die Schwäne vergeigten drei Tage nach der Heimniederlage gegen Greifswald nun die zweite Partie in Folge und ließen dabei so ziemlich alles vermissen, was so ein Derby ausmacht.
"Wir haben gegen eine top organisierte Mannschaft gespielt, die eine Idee hat, wie sie Fußball spielen möchte, während wir nach dem 0:1 nach zehn Minuten wie ein Hühnerhaufen herumgelaufen sind", legte Sportdirektor Lenk den Finger in die Wunde.
Für ihn ist eine Auffälligkeit frappierend: "Es zieht sich schon das zweite Spiel durch, dass wir alles, was wir machen, nicht als Mannschaft machen. Wir sind extrem individuell unterwegs, pflaumen uns auf dem Platz an und treten nicht als Einheit auf. Wir reagieren nur, anstatt zu agieren."
Robin Lenk bemängelt "kopf- und zahnlosen" Auftritt des FSV Zwickau
Und das mit fatalen Folgen. So wie die Schwäne speziell in der ersten Halbzeit vom Club hergespielt wurden, war es nur dem Aluminium bei Jonas Marx' Kopfball und mehreren Paraden von Lucas Hiemann zu verdanken, dass sie nicht schon vor der Pause gerupft wurden und 0:4 oder 0:5 in Rückstand gerieten.
Lenk: "Das zweite Spiel hintereinander so zu verlieren, geht so nicht! Und darüber müssen wir reden, denn so kopf- und zahnlos dürfen wir in kein Spiel mehr gehen."