FSV-Coach schlägt Alarm: "Wie wir es verteidigen, ist dünne, nicht regionalliga-tauglich"

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Zwickau - Nach dem Auftaktsieg in Jena (2:1) setzte es zuletzt zwei herbe Niederlagen gegen Greifswald (0:3) und Chemnitz (1:3), bei denen die Schmitt-Schützlinge weder spielerisch noch physisch (bezieht sich auf Zweikampfverhalten sowie Körpersprache und nicht die Kondition) mithalten konnten. Dazu drängt sich der Eindruck auf: Zu viele Spieler sind auf dem Feld mit sich selbst beschäftigt - Ich-AGs statt Teamplayer.

Rico Schmitt (57) traut seinen Augen kaum: Seine Mannschaft lässt momentan genau die Grundtugenden vermissen, die den FSV sonst ausmachen.
Rico Schmitt (57) traut seinen Augen kaum: Seine Mannschaft lässt momentan genau die Grundtugenden vermissen, die den FSV sonst ausmachen.  © picture point/Sven Sonntag

"Es zieht sich schon das zweite Spiel durch, dass wir alles, was wir machen, nicht als Mannschaft machen. Wir sind extrem individuell unterwegs, pflaumen uns auf dem Platz an und treten nicht als Einheit auf. Wir reagieren nur, anstatt zu agieren", sagte Sportdirektor Robin Lenk (42) gegenüber TAG24.

Vielmehr noch: Klar besprochene Abläufe werden im Spiel nicht eingehalten. "Man konnte schon in der Zweikampfführung, Schärfe oder Tackling erkennen, dass wir die Geilheit fürs Derby nicht herüberbringen. Und dann hauen wir viel zu viele eigene Ball-Eroberungen weg. Es heißt Fußballspielen und nicht Fußballplautzen. Dann bekommt es hier die Struktur, die es kriegt, und du kommst gar nicht in die Zweikämpfe rein, und im Aufbau spielen wir es anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Das werden wir besprechen!", kritisierte Coach Rico Schmitt (57).

Auch die Entstehung des 0:1 hatte er auf dem Kieker. "Die Abstoßsituation war anders besprochen, als wir es mit dem ersten Ball, den wir spielen, gemacht haben. Wie wir es letztendlich verteidigen, ist dünne, nicht regionalligatauglich!", so das harte Urteil des Fußballlehrers.

FSV-Coach Schmitt: "Willkommen in der Realität"

Sind den Fans etwas schuldig: Die FSV-Elf muss am Sonntag beim BFC Dynamo ein gänzlich anderes Gesicht zeigen als gegen Greifswald und den CFC.
Sind den Fans etwas schuldig: Die FSV-Elf muss am Sonntag beim BFC Dynamo ein gänzlich anderes Gesicht zeigen als gegen Greifswald und den CFC.  © picture point/Sven Sonntag

"Jetzt geht es um die Ursachenforschung. Willkommen in der Realität", meint Schmitt angesichts 1:6 Toren aus den letzten beiden Partien. Dieses "Willkommen in der Realität" könnte zum Slogan 2026/27 werden. Der vierte und der dritte Platz in den beiden Vorjahren waren angesichts der wirtschaftlichen Voraussetzungen über dem Limit.

Jetzt, wo es den direkten Aufsteiger gibt, die Vereine aufrüsten, während die Schwäne genau an diesem Wettrüsten nicht teilnehmen wollen, wie Geschäftsführer André Beuchold jüngst betonte, steht ein Stahlbad an - für Fans und Klubverantwortliche. Nicht mit aufrüsten zu wollen, darf nicht dem Cheftrainer oder der sportlichen Leitung angekreidet werden.

Für die Spieler darf es dennoch kein Alibi sein, weil es von Beginn an eventuell nur um die goldene Ananas geht.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag (2)

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