Hertha trotzt Reise-Chaos: "Die Jungs haben überragend mitgezogen"
Lagos (Portugal) - Der Start verlief denkbar schlecht. Eigentlich wollte Hertha BSC bereits am Samstagnachmittag ins Trainingslager nach Portugal aufbrechen, geflogen wurde aber erst am späten Samstagabend - und das nur, weil die Alte Dame noch einen Charterflug organisieren konnte.
Die Mannschaft saß bereits im Flieger, als nach langer Verspätung der Eurowings-Flug komplett gestrichen wurde. Der Wintereinbruch am BER machte den Berlinern einen Strich durch die Rechnung.
Erst gegen Mitternacht landeten die Berliner dann endlich in Faro - über sieben Stunden später als eigentlich geplant. Was für eine Odyssee.
Auswirkungen soll das Flug-Chaos auf die restlichen Tage während des Trainingslagers aber nicht haben: "Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat. Wie es organisiert wurde: ohne Hektik, ohne Stress. Wir haben die Optionen ausgelotet und für uns das Beste dann daraus gemacht. Die Jungs haben überragend mitgezogen. Wir sind froh, dass wir hier sind", sagte Trainer Stefan Leitl (48) in einer Medienrunde.
Obwohl die Hertha-Stars teilweise einen langen Tag (vor dem Abflug war noch Training) in den Knochen hatten, ließen sie sich nicht die Laune verderben. "Trotzdem hatten wir diese positive Grundstimmung. Es war echt top."
Und die lange Reise hat sich gelohnt. In Portugal könnten die Bedingungen kaum besser sein. Eben noch im Schnee-Chaos schwitzten die Berliner am Sonntagvormittag bei strahlendem Sonnenschein und 15 Grad. Leitl: "Wir wollen uns bestmöglich vorbereiten. Wir haben hier Top-Bedingungen. Einen Super-Rasen wie hier wäre in Berlin jetzt nicht möglich gewesen. Dann geht es um Kleinigkeiten, um Nuancen."
Hertha BSC: Worauf Leitl den Fokus liegt
Bis Samstag wird Hertha noch an der Algarve an der Mission Aufstieg feilen.
"Wir müssen die Zeit nutzen, um viele Spielformen zu machen, in unseren Prinzipien zu bleiben und mit einem guten Test das Trainingslager positiv abzuschließen", so der 48-Jährige. "Dann gehts darum Form und Stimmung hochzuhalten, um gut in die Rückrunde zu starten."
Der Übungsleiter kann nahezu aus dem vollen Schöpfen. Mit einem 30-Mann bzw. 29-Mann-Kader schlägt Hertha in Portugal auf. Lediglich die neuerlichen Schwindel-Probleme bei Diego Demme (34) dämpfen die Stimmung.
Der Routinier der nach zwei Gehirnerschütterungen immer wieder ausfiel, ist lieber gleich in Berlin geblieben. "Für ihn tut es mir extrem leid, dass er jetzt wieder so einen kleinen Rückschlag hat. Jetzt hoffen wir, dass wir es wieder unter Kontrolle bekommen und er dann schnellstmöglich zurückkehrt. Wir sind alle davon überzeugt, dass wir ihn im Laufe der Rückrunde brauchen."
Dawid Kownacki (28) soll hingegen noch nachkommen. Dem Goalgetter gehe es nach dem grippalen Infekt wieder besser. Bei ihm schaut Hertha von Tag zu Tag.
Titelfoto: TAG24/Andreas Gora/dpa

