Müde Hertha kassiert Heimpleite gegen Hannover und Dämpfer im Aufstiegsrennen

Berlin - Herber Rückschlag im Aufstiegsrennen: Hertha BSC hat durch die 2:3 (0:2)-Schlappe gegen den direkten Konkurrenten Hannover 96 wichtigen Boden im Kampf um die Bundesliga verloren.

Hannovers Boris Tomiak (r.) dreht nach seinem Führungstreffer zum Jubeln ab - Tjark Ernst hat das Nachsehen.
Hannovers Boris Tomiak (r.) dreht nach seinem Führungstreffer zum Jubeln ab - Tjark Ernst hat das Nachsehen.  © Andreas Gora/dpa

Die Müdigkeit nach dem kräftezehrenden Pokal-Aus war dem Hauptstadtklub besonders in der ersten Halbzeit deutlich anzumerken. Die Hannoveraner, die unter der Woche spielfrei hatten, wirkten einfach frischer.

Schon früh gab's vor knapp 42.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion die eiskalte Dusche: Mit einem frechen Freistoß-Trick narrten die Gäste die Alte Dame bereits nach acht Zeigerumdrehungen.

Während Maurice Neubauer und Enzo Leopold zweimal den Anlauf antäuschten, führte Letzterer den Standard schließlich aus und zirkelte die Kugel an den Fünfer, wo Boris Tomiak derweil Luca Schuler entwischt war und zur Führung einschob.

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Ein Wirkungstreffer, der die Pläne der Leitl-Truppe, die wegen der Gelbsperre des Cheftrainers erstmals hauptverantwortlich von Andre Mijatovic betreut wurde, vollkommen über den Haufen warf. Die Niedersachsen ließen den Ball in der Folge in den eigenen Reihen zirkulieren und übernahmen die Kontrolle über die Partie.

Nach einer knappen halben Stunde schlug die Gastmannschaft erneut zu. Benjamin Källmann veredelte eine gelungene Kombination von Noel Aseko und Daisuke Yokota mit dem 0:2.

Benjamin Källmann (v.l.n.r.) feiert sein Tor und eine äußerst gelungene Kombination mit den Vorbereitern Daisuke Yokota und Noel Aseko.
Benjamin Källmann (v.l.n.r.) feiert sein Tor und eine äußerst gelungene Kombination mit den Vorbereitern Daisuke Yokota und Noel Aseko.  © Andreas Gora/dpa

Herthas Strohfeuer in Durchgang zwei erlischt schnell, Eitschbergers Anschlusstreffer kommt zu spät

Fabian Reese (M.) verkürzt per Strafstoß auf 1:2 und lässt 96-Keeper Nahuel Noll (l.) keine Chance.
Fabian Reese (M.) verkürzt per Strafstoß auf 1:2 und lässt 96-Keeper Nahuel Noll (l.) keine Chance.  © Andreas Gora/dpa

Die Blau-Weißen konnten von Glück reden, dass der Finne in der 39. Minute seinen Kopfball nach einer Ecke knapp am linken Pfosten vorbei setzte, sonst wäre die Pausenführung der 96er noch höher ausgefallen. Torchancen von Hertha blieben im ersten Durchgang Mangelware.

Mit Wiederanpfiff wirkten die Hausherren wacher. Offenbar hatte Stefan Leitl in seiner Kabinenansprache die passenden Worte gefunden. Und der Vorwärtsdrang sollte sich auszahlen.

Nach einer Ecke zeigte Schiedsrichter Lars Erbst auf den Punkt. Aseko hatte Linus Gechter im Zweikampf äußerst ungeschickt zu Fall gebracht. Fabian Reese ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte das Kunstleder in Minute 53 souverän links unten, während 96-Keeper Nahuel Noll auf dem Weg in die andere Ecke war.

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Auf der anderen Seite hielt Ernst sein Team mit starken Fußparaden gegen Schüsse von Elias Saad und Kolja Oudenne im Spiel. Die Gäste von der Leine übernahmen wieder die Initiative - das Strohfeuer der Spree-Athener war erloschen. Spätestens als Joker Noah Weißhaupt den alten Zweitore-Abstand wiederherstellte, war der Stecker bei den Hauptstädtern gezogen. Julian Eitschbergers Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kam letztendlich zu spät.

Mit dem Sieg springt Hannover 96 zwischenzeitlich auf Rang zwei und liegt jetzt mit sieben Punkten Vorsprung vor dem Berliner Sport Club auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Die Berliner konnten nur phasenweise mit den frischeren Hannoveranern mithalten.
Die Berliner konnten nur phasenweise mit den frischeren Hannoveranern mithalten.  © Andreas Gora/dpa

Statistik zum Spiel zwischen Hertha BSC und Hannover 96

2. Bundesliga, 22. Spieltag

Hertha BSC - Hannover 96 2:3 (0:2)

Aufstellung Hertha BSC: T. Ernst - Eitschberger, Gechter, Marton Dardai, Karbownik - Klemens (46. Dudziak), Seguin - Brekalo (68. Winkler), Cuisance (82. K. Sessa), Reese (89. Mamuzah Lum) - Schuler (46. Grönning)

Aufstellung Hannover 96: Noll - Ghita, Tomiak, Okon (75. Blank) - Neubauer, Leopold, Oudenne (84. S. T. Thórdarson) - Yokota (69. Weißhaupt), Aseko Nkili (84. Taibi), Saad (83. Kokolo) - Källman

Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen)

Zuschauer: 41.788

Tore: 0:1 Tomiak (8.), 0:2 Källman (29.), 1:2 Reese (53./Elfmeter), 1:3 Weißhaupt (71.), 2:3 Eitschberger (90.+2

Gelbe Karten: Brekalo (1) / -

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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