Hertha vor Luxusproblem: Verdrängt Brekalo jetzt Cuisance auf die Bank?
Berlin - Eigentlich war der Startelfplatz schon vergeben. Weil Michaël Cuisance (26) gelbgesperrt fehlte, rechneten die meisten wohl mit Jeremy Dudziak (30) als Spielmacher in Düsseldorf. Auf dieser Position überzeugte der Techniker schon gegen Nürnberg (2:1).
Stefan Leitl (48) aber hatte eine andere Idee: Der Hertha-Coach setzte auf Josip Brekalo (27) als Cuisance-Ersatz. "Wir haben schon nach der Verpflichtung gesagt, dass ich ihn nicht nur ausschließlich auf dem Flügel sehe. Ich glaube, ihr habt gesehen, warum", sagte Leitl.
Ein Tor blieb dem Kroaten mit seinem Pfostentreffer verwehrt und doch zahlte sich die Versetzung voll aus. Der Tempodribbler drehte und lenkte das Spiel, bereitete zudem zwei Treffer vor. Erst durch einen tollen Steckpass auf Fabian Reese (28), dann quasi mit dem Schlusspfiff durch Luca Schuler.
Positiver Nebeneffekt: Reese rückt dadurch wieder auf links. In Düsseldorf war der Kapitän kaum zu stoppen. Sein Auftritt erinnerte an seine starke Form aus dem ersten Hertha-Jahr, was Gegenspieler Moritz Heyer (30) unabhängig von seinem Doppelpack und seiner Vorlage zu spüren bekommen kam. Nicht nur einmal wurde er getunnelt.
In der Rückrunde lief Reese meist auf der rechten Seite auf, Brekalo dann auf links - der eigentlichen Reese-Seite. Doch ob auf außen oder in der Mitte: Brekalo ist bei Hertha BSC ohne lange Anlaufzeit angekommen. Drei Tore und zwei Vorlagen sprechen für sich.
Stefan Leitl freut sich über Konkurrenzkampf
Leitl hat gezeigt, dass er mit seiner Einschätzung richtig lag, könnte jetzt aber vor einem Luxusproblem stehen. Wohin mit Brekalo? Gut möglich, dass in Dresden Cuisance auch nach abgesessener Gelbsperre nur die Bank bleibt. "Es ist gut, dass jetzt alle diese Spieler zur Verfügung stehen. Es hat ja auch lange gedauert. Jetzt liegt's an uns, die passende Auswahl zu treffen."
Nach dem fulminanten 5:2 lieferte die Mannschaft wenige Gründe für Änderungen - auch nicht bei Spielmacher Brekalo.
Titelfoto: Anke Waelischmiller/dpa
