Herthas neue Offensiv-Lust: Flucht nach vorn
Berlin - Das gab es bei Hertha BSC in dieser Saison noch nie. Fünf Tore in einem Spiel, vier davon in einer Halbzeit - die Berliner haben die Lust an der Offensive entdeckt.
Das 5:2 in Düsseldorf war der höchste Saisonsieg. Bislang war es jeweils ein 3:0 in Hannover und in Nürnberg. Das furiose 6:1 gegen Kaiserslautern mal ausgeklammert, weil es im Pokal war.
Noch nicht einmal während der tollen Siegesserie im Herbst waren die Berliner so treffsicher wie am Sonntag. Bei den fünf Siegen in Serie schoss Hertha in fünf Spielen sechs Tore, kassierte in der Phase allerdings auch kein einziges Gegentor.
Das ist jetzt anders. Überzeugte die Alte Dame in der Hinrunde mit einer kompakten Defensive, wagen die Berliner nun die Flucht nach vorn. So setzt der Hauptstadtklub auf eine alte Fußballweisheit: Ein Tor mehr schießen als der Gegner.
"Fakt ist, dass wir deutlich mehr Gegentore bekommen als in der Hinrunde. Wenn du diese Anzahl an Gegentoren zulässt, dann musst du auch mehr schießen", sagte Stefan Leitl (48).
Hertha BSC hat jetzt schon so viele Tore erzielt wie in der gesamten Hinrunde
33 Mal musste Stammkeeper Tjark Ernst (22) nach 27 Spielen hinter sich greifen. Seit der Rückrunde sind es nun schon 17 Gegentreffer, einer mehr als noch in der gesamten Hinrunde.
Dafür aber stimmt's jetzt in der Offensive. Mit 21 Buden in der Rückrunde hat Hertha genauso viele wie noch in der Hinrunde. Und es sind noch sieben Spiele zu gehen.
"Wir haben uns vorgenommen, die offensiven Eins-gegen-Eins-Duelle zu gewinnen. Den Raum haben wir bekommen und die Duelle gewonnen. Und dann haben wir sehr zielgerichtet in Richtung Tor gespielt", sagte Fabian Reese (28) nach der Gala.
Der Offensivrausch dürfte dennoch zu spät kommen. Mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang drei ist der Aufstieg weiter in weiter Ferne - trotz neuer Berliner Offensivpower.
Titelfoto: Anke Waelischmiller/dpa

