Leistners spezieller Abschiedsgruß in Richtung Union: "Berlin ist blau-weiß"

Berlin - Er kam als Buhmann und geht als Publikumsliebling! Als Toni Leistner (35) in der Schlussphase noch einmal gebraucht wurde, wurde er erst einmal gefeiert. Das ganze Stadion rief seinen Namen. Das hat er sich auch verdient!

Toni Leistner (35) sagt nach drei Jahren Hertha Tschüss.  © Andreas Gora/dpa

Er tat, was er in seinen drei Jahren bei Hertha BSC so häufig tat: Er hielt wortwörtlich seinen Schädel hin. Gleich zweimal blockte der eisenharte Verteidiger per Kopf und half, das 2:1 gegen Greuther Fürth über die Ziellinie zu bringen.

"Ich mach’ das, was ich am besten kann: Jeder weiß, dass ich nicht Lionel Messi bin, aber jeder kann von mir immer 110 Prozent erwarten", sagte Leistner nach dem Heimsieg.

Auch nach dem Spiel war er trotz Rekord-Tor von Kennet Eichhorn (16) vor der Ostkurve ein gefragter Mann. Die Rede über das Stadionmikrofon war fast schon beendet, da fiel ihm noch etwas ein, das er unbedingt mitteilen wollte: "Man sieht sich immer zweimal im Leben. Berlin ist blau-weiß!", brüllte er.

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Zur Erinnerung: Der Empfang war weniger schön. Als Ex-Unioner (spielte vier Jahre bei Union Berlin) hatte der Vizekapitän einen schweren Stand. Vor der Geschäftsstelle hing gar ein unschönes Plakat ("Leistner, verpiss dich aus unserem Verein").

"Wenn man so empfangen wird, dann aber so geht, kann man nicht viel falsch gemacht haben", so Leistner.

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Toni Leistner hält sich Zukunft offen

Erst unerwünscht, nun wird Leistner zum Abschied gefeiert.  © Andreas Gora/dpa

Teile der aktiven Fans hatten ihm vor allem seinen Instagram-Post, als er mit Köln 5:0 im Olympiastadion gewann, übel genommen. Damals schrieb der Leistungsträger noch: "Berlin ist rot-weiß". Eine Anspielung auf seine Union-Vergangenheit, die der Dresdner spätestens jetzt einkassiert hat.

Dabei bleibt es auch: "Es haben viele gefilmt. Deswegen ist es in Stein gemeißelt. Da stehe ich auch zu."

Obwohl der Abwehrboss auch mit 35 Jahren noch voll auf der Höhe ist, ist nach drei Jahren bei der Alten Dame überraschend Schluss. Hertha stellt sich in Zukunft neu auf - ohne den Routinier und Ex-Kapitän. Wie bei Diego Demme (34), John Anthony Brooks (33), Tim Hoffmann (21) und Jeremy Dudziak (30) wird auch sein Vertrag nach Saisonende nicht verlängert.

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"Enttäuschung ist natürlich da, weil man den Verein ins Herz geschlossen hat", so Leistner. "Angedeutet hat sich das nicht. Der Verein hat mich letzte Woche ins Büro geholt und dann alles erklärt. Dann akzeptiert man das als Spieler."

Wie es jetzt weitergeht? Unklar. In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob er die Fußballschuhe an den Nagel hängt oder doch noch woanders weitermacht.

"Wenn man sieht, dass der Körper noch alles mitmacht und ich alle Einheiten - bis auf eine, bei der ich aus privaten Gründen gefehlt habe - mitmachen konnte, denke ich schon, dass noch was im Tank ist", erklärte der Routinier. Im Vordergrund stehe aber die Familie: "Man versucht, alles neu zu sortieren. Sortiert habe ich noch nicht alles, so ehrlich muss ich sein."

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