Letzte Aufstiegschance verspielt: Dieses Spiel ist so typisch Hertha

Berlin - Im Grunde hätte man schon seit Samstagabend damit rechnen können. Hertha BSC hat durch das 1:1 in Braunschweig auch das letzte Fünkchen Hoffnung, doch noch ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können, verspielt. Bei einem Sieg wären es aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz nur noch fünf Punkte auf Elversberg auf Rang drei. So aber sind es sieben - bei nur noch vier Spielen.

Luca Schuler (26) scheitert am Innenpfosten.  © Swen Pförtner/dpa

Die Alte Dame hat damit abermals eine große Chance liegengelassen. Wie schon so häufig in dieser Saison.

Generell ist das 1:1 ein Abziehbild der Spielzeit und deckt wiederkehrende Probleme auf: mangelnde Effizienz, verpasste Chance im Aufstiegsrennen einzugreifen, Verletzungspech, merkwürdige Passivität, alles im Griff, um es dann doch aus der Hand zu geben, sich selber schwächen - eben typisch Hertha!

Fehlte eigentlich nur noch der späte Nackenschlag.

Hertha BSC Eichhorn-Rot kostet Hertha BSC den Sieg und macht letzte Aufstiegschance zunichte

Klar, die Rote Karte nach Videobeweis gegen Wunderkind Kennet Eichhorn (16) war nicht gerade hilfreich, fiel nur fünf Minuten später der hochverdiente Ausgleich. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Eintracht hatte schon vor dem Platzverweis beste Gelegenheiten auf diesen.

Auch Spieler und Verantwortliche waren sich nachher einig. Die Rote Karte war nicht der Knackpunkt, sondern die mangelnde Chancenverwertung.

Die Gäste hatten vor allem im ersten Durchgang gegen einen verunsicherten Gegner alles unter Kontrolle, verpassten aber das 2:0 zu machen. Luca Schuler (26) scheiterte gleich zweimal am Aluminium. Auch Fabian Reese (28) vergab aussichtsreich.

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Stefan Leitl (48) hadert mit der Chancenverwertung.  © Swen Pförtner/dpa

Hertha BSC hat zu viele Punkte unnötig liegengelassen: Eichhorn zwei Spiele gesperrt

Kennet Eichhorn (16) sorgte mit seinem Platzverweis für den nächsten Rekord. Keiner war in der 2. Bundesliga jünger als der Hertha-Star.  © Swen Pförtner/dpa

"Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, weil wir in der ersten Hälfte einfach zu wenig aus dieser Überlegenheit gemacht haben", sagte Stefan Leitl (48) nach der Partie.

Ein Satz, der Hertha-Fans bekannt vorkommt. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison gibt die Alte Dame ein Spiel unnötig aus der Hand, bei dem man doch alles unter Kontrolle hatte. In Fürth und gegen Darmstadt reichte eine 2:0-Führung nicht - nachdem vor allem gegen die Hessen die Entscheidung liegengelassen wurde.

Gegen Bielefeld brachte das Witz-Rot gegen Toni Leistner (35) das Spiel zum Kippen. Auch beim 1:1 gegen Bochum sah der Hauptstadtklub lange aus, wie der sichere Sieger. Das sind insgesamt acht Punkte, die schmerzlich vermisst werden. Damit wären die Berliner auf Platz drei und voll im Aufstiegsrennen.

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Hertha aber ist schon die gesamte Spielzeit über zu inkonstant. Die einzige Konstante, ist der Patzer, wenn sich die Tür zur Bundesliga doch wieder öffnet und das Verletzungspech: Mit Marten Winkler (23) droht der nächste Stammspieler auszufallen. Der Flügelflitzer musste angeschlagen runter.

Auch Eichhorn, nach langer Pause erst wieder fit, ist zum Zuschauen verdammt. Das Ausnahmetalent wurde für zwei Spiele gesperrt. Immerhin kann Leitl gegen Kiel (Samstag, 13 Uhr/Sky) wieder auf Josip Brekalo (27) bauen.

Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 30 45:26 61
2 SC Paderborn 07 30 52:35 58
3 SV 07 Elversberg 30 52:32 55
4 Hannover 96 30 50:36 54
5 SV Darmstadt 98 30 52:37 50
6 Hertha BSC 30 44:35 48
7 1. FC Kaiserslautern 30 49:44 46
8 Karlsruher SC 30 47:56 40
9 1. FC Nürnberg 30 39:41 38
10 VfL Bochum 1848 30 43:43 36
11 SG Dynamo Dresden 30 49:47 35
12 Holstein Kiel 30 39:43 35
13 1. FC Magdeburg 30 48:55 33
14 SpVgg Greuther Fürth 30 43:63 33
15 Arminia Bielefeld 30 43:45 32
16 Eintracht Braunschweig 30 32:50 31
17 Fortuna Düsseldorf 30 27:47 31
18 SC Preußen Münster 30 32:51 28

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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