Nach Krawalle mit 52 Verletzten bei Hertha-Spiel: Spranger plant Krisengespräch

Von Andreas Rabenstein, Andreas Richter

Berlin - Nach den gewalttätigen Vorfällen beim Zweitliga-Topspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 will Berlins Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) rasch den Dialog mit der Hertha-Führung und der Polizei aufnehmen.

Die aktive Fanszene verließ die Ostkurve und hinterließ den polizeifeindlichen Slogan "ACAB" (All Cops Are Bastards) mit blauen Schildern auf den leeren Sitzen.  © Andreas Gora/dpa

Mitte der Woche werde sie mit Klub-Geschäftsführer Peter Görlich und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel (59) zusammenkommen, teilte Spranger mit.

"Die Vorkommnisse während des Spiels Hertha BSC gegen FC Schalke 04 müssen aufgeklärt werden", sagte Spranger. "Berlin ist ein sportbegeisterter und rechtsstaatlicher Ort. Fußball lebt von Leidenschaft, nicht von Gewalt", hieß es in einem Statement der Innensenatorin.

Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Samstag zwischen Anhängern des Berliner Vereins und der Polizei wurden im Stadionumlauf 21 Beamte und 31 Fans verletzt.

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Die Polizei nahm fünf Fans fest. Polizei und Fan-Vertreter warfen sich anschließend gegenseitig Provokationen, übertriebene Härte und Gewaltbereitschaft vor. Mittlerweile wurden auch Vorwürfe von Schalker Fan-Vertretern gegen die Berliner Polizei laut. Im Internet kursieren zahlreiche Videos, die die Polizeigewalt zeigen sollen.

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Iris Spranger fordert Dialog ein

Nach den Ausschreitungen beim Hertha-Spiel will Berlins Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) mit Klub und Polizei sprechen.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Hertha-Führung verurteilte nach einer Krisensitzung von Präsidium und Geschäftsführung jede Form von Gewalt, kritisierte aber auch ungewohnt deutlich das Vorgehen der Sicherheitskräfte.

In einem Statement wurde ein Dialog aller Beteiligten eingefordert. Diesem Wunsch kommt Spranger nun schnell nach. Ob auch Vertreter der organisierten Fan-Szene gehört werden, war zunächst unklar.

Am Montag berichtete die Hertha-Fanhilfe, dass auch Angestellte des Vereins bei dem Polizeieinsatz im Umlauf des Olympiastadions am Osttor verletzt wurden.

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Eine Bestätigung des Clubs hierzu lag bislang nicht vor. Das nächste Heimspiel der Hertha findet am 1. Februar gegen Darmstadt 98 statt.

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