Hertha BSC mit Sorgen vor entscheidendem Aufstiegskracher gegen Schalke 04
Berlin - Zugegeben, es ist schon ein wenig gewagt, zum Auftakt der Rückrunde bereits von einem entscheidenden Spiel zu sprechen, aber genau das steht Hertha BSC am Samstag (20.30 Uhr/RTL und Sky) gegen Schalke 04 bevor.
Die Berliner haben sich den (Kampf um den) Aufstieg auf die Fahnen geschrieben und müssen fünf Punkte auf Platz drei aufholen, der bekanntlich nur für die Relegation reicht, die für den Zweitligisten oftmals tränenreich endet.
Wollen die Herthaner die Sache sicher unter Dach und Fach bringen, müssen sie die Ränge zwei und eins angreifen. Und an der Spitze der 2. Bundesliga thronen zurzeit eben jene Knappen als Herbstmeister und die werden mit breiter Brust vor 70.000 Fans im Olympiastadion auflaufen - mit 20.000 mitgereisten Schlachtenbummlern im Rücken.
Durch einen Sieg gegen die Königsblauen könnte die Alte Dame den Abstand auf sechs Punkte verkürzen und ein wichtiges Zeichen im Aufstiegsrennen setzen. Bei einer BSC-Pleite würden die Gelsenkirchener hingegen auf satte zwölf Punkte enteilen und einer der beiden festen Aufstiegsplätze in weite Ferne rücken.
Somit kann man wohl aus Sicht des Hauptstadtklubs mit Fug und Recht von einem richtungsweisenden Duell sprechen, zumal ein Erfolg gegen den Tabellenführer die Aufstiegseuphorie zusätzlich entfachen dürfte.
Hertha BSC geht geschwächt in das Spitzenspiel gegen den Herbstmeister
Diesem Unterfangen ist bei den Blau-Weißen alles untergeordnet. Jüngst soll Star-Spieler Fabian Reese (28) sogar eine äußerst lukrative Offerte von Besiktas Istanbul ausgeschlagen haben, um sich (endlich) seinen Traum von der Bundesliga mit dem Berliner Sport-Club zu erfüllen.
Einen Großteil der Vorbereitung haben die Herthaner im Trainingslager an der Algarve verbracht und konnten so dem Winter in der Hauptstadt entfliehen. Das hatte aber zur Folge, dass sich bei der Rückkehr ins Kalte gleich mehrere Kicker einen grippalen Infekt einfingen, darunter auch Reese und Abwehrsäule Marton Dardai (23).
Immerhin konnte das Duo am Freitag wieder mit der Mannschaft trainieren. Ob es aber auch schon für die Startelf reicht, konnte oder wollte Stefan Leitl (48) noch nicht bestätigen.
Zu allem Überfluss hat es jetzt auch noch Tjark Ernst (22) erwischt. Der formstarke Keeper droht für den Aufstiegskracher auszufallen. Definitiv verzichten muss der Hertha-Coach auf Toni Leistner (35), der eine Rotsperre absitzt - eine weitere Schwächung der Hintermannschaft.
Nach dem Auftakt gegen Schalke gehen die Wochen der Wahrheit für Hertha beinahe nahtlos weiter. Dem "Freundschaftsspiel" beim KSC folgen nacheinander die Duelle gegen die direkten Konkurrenten Darmstadt 98, SV Elversberg, Hannover 96 und SC Paderborn. Dabei könnte bereits eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen fallen.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

