Sturmduell bei Hertha wieder offen: Läuft Schuler jetzt Kownacki endgültig den Rang ab?
Berlin - Er ist der Pechvogel und womöglich gleichzeitig der größte Gewinner des 1:1. Schon gegen die Roten Teufel hatte sich Luca Schuler (27) als Kaiserslautern-Schreck Hoffnungen auf die Startelf gemacht, in Braunschweig dann fand er sich tatsächlich in der ersten Elf wieder.
Und das nicht, weil der eigentliche Stürmer Nummer eins Dawid Kownacki (29) unter der Woche das Training nach einem Schlag aufs Sprunggelenk abbrechen musste, wie Stefan Leitl (48) klarstellte: "Die Entscheidung war rein aus Leistungsgründen. Luca hat sich die Startelf verdient. Es war unser Plan, dass wir uns ein bisschen tiefer aufstellen, um dann in Umschaltsituationen zu kommen."
Mit acht Buden ist der 26-Jährige nach Fabian Reese (28) Herthas bester Angreifer. Es fehlten nur Zentimeter zu mindestens einem weiteren Treffer. In der ersten Halbzeit verhinderte der Innenpfosten das 2:0, im zweiten Durchgang bei deutlich passiveren Gästen dann die Latte.
Doch auch wenn er sich nicht belohnen konnte und das 2:0 wohl den Auswärtssieg gebracht hätte, reicht es nicht, ihn als Pechvogel abzustempeln. Der Kniff mit Schuler in der Spitze ging voll auf. Der Ex-Magdeburger ist deutlich schneller als Kownacki, riss immer wieder Lücken und passt mit seinem Speed zum Konterfußball von Leitl.
Er war es auch, der nach Traumpass von Marten Winkler (23) von den Beinen geholt wurde und damit die Führung erst ermöglichte.
Leitl mit Entwicklung von Lucas Schuler sehr zufrieden
"Wenn man sieht, wie wir den Elfmeter rausholen, über ein super Dribbling und ein super Laufweg von Luca, dann war das die richtige Entscheidung. Ich hätte mich gefreut, wenn er keinen Pfosten oder keine Latte getroffen hätte, sondern das zweite Tor gemacht hätte", lobte Leitl. "Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit Lucas Entwicklung und ich hoffe, dass er in den letzten Spielen so weitermacht und das eine oder andere Tor schießt"
Musste sich Schuler nach der Verletzung von Kownacki in der Hinrunde das Startelfmandat mit Sebastian Grönning (29) teilen, scheint das Sturmrennen nun wieder völlig offen zu sein.
Grönning spielt seit geraumer Zeit gar keine Rolle mehr (vorige vier Spiele nicht im Kader). Bei Kownacki ist die Zukunft völlig offen. Die Kaufpflicht greift nur bei Aufstieg. Bremen ist zwar wohl gesprächsbereit, ob sich die Klamme aber den Polen (geschätzter Marktwert von 1,7 Millionen Euro) auch leisten kann?
Gebremst von einer Sprunggelenksverletzung, einem Infekt und einer Roten Karte kommt Kownacki auf insgesamt fünf Tore in 20 Spielen. Da spricht die Statistik im Saisonendspurt derzeit eher für Schuler, auch wenn er all seine acht Saisontore auf fremdem Platz erzielt hat. Platzt jetzt gegen Kiel (Samstag, 13 Uhr/Sky) der Heimknoten?
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa, Anke Waelischmiller/dpa

