Tor und Elfmeter zurückgenommen: Hertha erleidet nächstes Heim-Trauma gegen Kiel

Berlin - Nächste Heimpleite, gleiches Trauma wie schon gegen den 1. FC Kaiserslautern: Hertha BSC kann im Olympiastadion einfach nicht mehr gewinnen. Gegen Holstein Kiel dominierte die Alte Dame vor 47.280 Zuschauern am Samstagnachmittag im Sondertrikot die Partie, der Gegner schoss ein einziges Mal aufs Tor und siegte mit 1:0 (0:0).

Hertha dominierte, Hertha hatte zig Chancen, doch am Ende traf Kiel zum 1:0 in der zweiten Halbzeit.  © IMAGO / Contrast

Dabei hatten die Gastgeber enorm Pech, nachdem erst der Führungstreffer, später auch ein Elfmeterpfiff vom VAR kassiert wurden.

Den Störchen war das im Abstiegskampf herzlich egal. Der eingewechselte Jonas Therkelsen traf mit seinem Joker-Tor in der 63. Minute zu drei ganz wichtigen Big Points im Rennen um den Klassenerhalt.

In der ersten Hälfte war es aufgrund eines Sanitäter-Einsatzes im Holstein-Block eine Weile ruhig, nach kurzer Zeit gab es aber Entwarnung und so konnten die mitgereisten Fans die wichtigen Zähler am Ende bejubeln.

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Schon bein Gang in die Kabinen zur Halbzeit musste man sich als Fan von Hertha BSC sorgen, dass die Partie eine ähnliche Wendung nehmen könnte wie im vergangenen Heimspiel gegen Kaiserslautern.

Die Alte Dame war drückend überlegen, keine einzige Chance stand nach 45 Minuten für die Kieler zu Buche. Ein "X-Goal"-Wert von 0,0 auf Seiten der Störche sprach Bände über die Leistung der Nordlichter im Abstiegskampf. Doch mal wieder nutzte das Leitl-Team seine Chancen nicht, hatte dann auch noch zweimal Pech.

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Ein Sanitäter-Einsatz im Holstein-Block sorgte in der ersten Hälfte für einige Minuten ohne Fan-Support.  © IMAGO / Contrast

Hertha BSC rennt 90 Minuten an, doch Kiel macht das Tor

Luca Schuler (m.) verpasste eine der besten Hertha-Gelegenheiten.  © Imago / Jan Huebner

Den Traumstart von Rückkehrer Josip Brekalo, der nach 59 Sekunden zum vermeintlichen 1:0 traf, kassierte der VAR wegen einer Abseitsstellung von Luca Schuler ein. Den Elfmeterpfiff von Dr. Robert Kampa nach einem Foul von Marko Ivezic an Linus Gechter (45.+2) nahm Günther Perl im Kölner Videokeller ebenfalls zurück.

Eine extrem harte Entscheidung für Hertha BSC, weil einige Sequenzen davor Zeefuik hauchdünn mit der Fußspitze im Abseits stand. Die Situation wurde als eine Aktion bewertet, auch nach der Rückkehr aufs Feld diskutierten Reese und Paul Seguin mit Kampa darüber. Seguin fehlt kommende Woche in seiner Geburtsstadt beim 1. FC Magdeburg, nachdem er in Hälfte eins seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte.

Kiel kam anders aus der Kabine, doch die frische Energie hielt nur wenige Minuten an, Hertha hatte das Geschehen nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell wieder im Griff.

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Schuler, der im Sturm wie angekündigt den Vorzug vor David Kownacki erhielt, vergab zunächst eine große Chance, als sein Ball nur ganz knapp am rechten Pfosten vorbei trudelte (56.). Wenig später brachte Michaël Cuissance den Ball nicht im Tor unter, weil Ivezic in der 61. Minute mit dem Kopf vor der Linie rettet, nachdem Keeper Timon Weiner schon geschlagen war.

Es kam, wie es kommen musste: Kiel traf mit dem ersten Torschuss im gesamten Spiel. Der eingewechselte Therkelsen machte das 1:0 (63.) und nutzte dabei einen kurzen Blackout der Berliner Verteidigung. Zwar schaltete sich erneut der VAR ein, doch die Entscheidung stand.

Am Ende rannten die Gastgeber weiter an, aus kämpferischer und fußballerischer Sicht konnte man ihnen keinen Vorwurf machen, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

Statistik zum Spiel Hertha BSC gegen Holstein Kiel

2. Bundesliga, 31. Spieltag:

Hertha BSC - Holstein Kiel 0:1 (0:0)

Hertha BSC: T. Ernst - Zeefuik (80. Eitschberger), Gechter, Marton Dardai, Karbownik - Cuisance, Seguin (87. Krattenmacher) - Winkler, Brekalo, Reese - Schuler (67. Kownacki)

Holstein Kiel: Weiner - Rosenboom, Nekic, Zec, Ivezic - Meffert - Tohumcu (90.+3 Roslyng), Davidsen (90.+1 Schwab) - Kaprálik (87. Niehoff), Ugoh (46. Therkelsen) - Harres (87. Ma. Müller)

Schiedsrichter: Robert Kampka (Köln)

Zuschauer: 47.280

Tore: 0:1 Therkelsen (63.)

Gelbe Karten: Cuisance (6), Zeefuik (8), Seguin (5), Reese (7) / Rosenboom (3), Meffert (3), Nekic (5), Tohumcu (3)

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Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 30 45:26 61
2 SC Paderborn 07 30 52:35 58
3 Hannover 96 31 53:37 57
4 SV 07 Elversberg 30 52:32 55
5 SV Darmstadt 98 30 52:37 50
6 Hertha BSC 31 44:36 48
7 1. FC Kaiserslautern 31 49:46 46
8 Karlsruher SC 31 48:59 40
9 1. FC Nürnberg 30 39:41 38
10 Holstein Kiel 31 40:43 38
11 VfL Bochum 1848 30 43:43 36
12 SG Dynamo Dresden 31 50:50 35
13 Arminia Bielefeld 31 46:47 35
14 Eintracht Braunschweig 31 34:50 34
15 Fortuna Düsseldorf 31 30:48 34
16 1. FC Magdeburg 30 48:55 33
17 SpVgg Greuther Fürth 30 43:63 33
18 SC Preußen Münster 31 34:54 28

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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