Uru-Kante Rogel oder Uremovic: Krempelt Herthas Schwarz seine Abwehr um?

Berlin - Vier Gegentore beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig, drei beim Stadtderby beim 1. FC Union Berlin - die Abwehr von Hertha BSC erwischte einen denkbar schlechten Start. Schon in der vergangenen Saison hätte die Flut an Gegentoren der Alten Dame beinah das Genick gebrochen.

Filip Uremovic (25) galt schon vor dem Augsburg-Spiel als Wackel-Kandidat, wurde aber von Schwarz gelobt.
Filip Uremovic (25) galt schon vor dem Augsburg-Spiel als Wackel-Kandidat, wurde aber von Schwarz gelobt.  © Tom Weller/dpa

Mittlerweile aber scheint sich die Viererkette stabilisiert zu haben. Herthas Wackel-Abwehr wackelt nicht mehr oder zumindest nur noch teilweise.

So gelang in Augsburg nicht nur der erste Saisonsieg, erstmals konnten die Berliner auch die Null halten. Beinah aber wäre es ein anderes Spiel gewesen.

Die Ringeinlage von Filip Uremovic (25) bewertete Schiedsrichter Harm Osmers glücklicherweise nicht als Notbremse, sondern zückte nur Gelb. Haarscharf schrammte der Kroate nach seiner gerade erst abgesessenen Gelb-Rot-Sperre am nächsten Platzverweis vorbei. Dennoch nahm Sandro Schwarz (43) seinen Verteidiger in Schutz.

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"Es war eine Folgesituation, in der wir einfach nicht gut im Gegenpressing waren und er dann in der letzten Linie in diese Eins-gegen-Eins-Situation gekommen ist", so Schwarz. Der Hertha-Coach war mit seinem Abwehr-Duo Kempf/Uremovic sichtlich zufrieden. "Ich finde, das beide Innenverteidiger eine sehr stabile Leistung gezeigt haben."

Das war gerade bei Uremovic zuletzt nicht immer so. Gegen Eintracht Frankfurt (1:1) vertändelte der 25-Jährige vor dem Ausgleich den Ball, verschuldete dann eine Woche darauf in Gladbach einen Handelfmeter und flog vom Platz. "Es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten - auch bei Filip. Das Zweikampfverhalten oder in der ein oder anderen Situation nicht zu überhastet zu reagieren, aber ich finde, dass er auch viele gute Momente hatte."

Schwarz über Herthas Neuzugang Agustin Rogel: "Wir wissen um seine Qualitäten"

Groß, robust und kopfballstark: Hertha-Neuzugang Agustin Rogel hinterließ im Training einen guten Eindruck.
Groß, robust und kopfballstark: Hertha-Neuzugang Agustin Rogel hinterließ im Training einen guten Eindruck.  © JUAN MABROMATA / AFP

Dass der kroatische Nationalspieler trotz früher Gelber Karte in der zweiten Hälfte in einem typischen Kampfspiel nahezu ohne Foulspiel auskam, ist durchaus bemerkenswert. Die Schnelligkeitsdefizite waren jedoch nicht zu übersehen. Das könnte gegen Bayers Hochgeschwindigkeitsfußballer um Moussa Diaby (23) und Chelsea-Leihgabe Callum Hudson-Odoi (21) knifflig werden.

Allerdings: Mit Last-Minute-Neuzugang Agustin Rogel (24) hat Hertha noch einmal nachgelegt. Das Spiel in Augsburg kam für die Uru-Kante noch zu früh, doch nun könnte der 24-Jährige schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) sein Bundesliga-Debüt feiern.

"Wir wissen um seine Qualitäten", wollte sich Schwarz, der explizit sein bisheriges Innenverteidiger-Pärchen lobte, nicht in die Karten schauen lassen. "Er hat eine Zweikampfpräsenz, ist sehr aktiv im Vorwärtsverteidigen und hat in dem einen oder anderen Positionsspiel im Training gute fußballerische Lösungen gefunden", bringt der 1,91 Meter große Hühne eine andere Komponente ins eigene Spiel

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Die Hertha-Fans hingegen mussten sich bislang mit YouTube-Highlights einen Einblick über den Neueinkauf verschaffen. Das könnte sich gegen ein kriselndes Bayer Leverkusen ändern. Die Frage ist nur, ob von der Bank aus oder als Startelfkandidat. Schwarz hat die Qual der Wahl.

Titelfoto: Tom Weller/dpa, JUAN MABROMATA / AFP

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