Ex-HSV-Coach Dieter Hecking im Interview: "Sind gut genug, jeden zu schlagen"

Hamburg/Nürnberg - "Ich freue mich auf Hamburg" - mit diesem einfachen Satz drückte Dieter Hecking (58), Ex-HSV-Coach und aktueller Sportvorstand sowie Interimstrainer des 1. FC Nürnberg, seine Gefühlswelt vor dem Duell der beiden Teams am Samstag (13 Uhr) aus.

Dieter Hecking (58) ist aktuell Sportvorstand und Interimstrainer beim 1. FC Nürnberg. Am Samstag gastiert der "Club" bei seinem Ex-Verein, dem HSV.
Dieter Hecking (58) ist aktuell Sportvorstand und Interimstrainer beim 1. FC Nürnberg. Am Samstag gastiert der "Club" bei seinem Ex-Verein, dem HSV.  © Daniel Löb/dpa

Der 58-Jährige präsentierte sich in einer Telefonrunde am Mittwochmittag gut gelaunt, erzählte unter anderem davon, den Bewohnern des Tierparks Hagenbeck bei seiner Rückkehr einen Besuch abstatten zu wollen. "Ich hoffe, sie erkennen mich noch."

Dass Hecking derart entspannt mit der aktuellen Situation und seiner Doppelfunktion beim "Club" umgeht, ist durchaus erstaunlich. "Die Tabellenkonstellation hat es mir leider nochmal ermöglicht, als Trainer zurückzukommen, was nicht gewollt war", unterstrich er dazu.

Nach drei Pleiten aus vier Liga-Spielen in diesem Jahr sah sich der Vorstand Anfang vergangener Woche gezwungen, Coach Markus Weinzierl (48) freizustellen und das Ruder an der Seitenlinie selbst zu übernehmen.

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Mit einem 1:0-Sieg gegen den SV Sandhausen feierte der Trainer-Routinier am Samstag ein gelungenes Debüt, durch welches sich die Franken im Abstiegskampf der 2. Liga zumindest ein wenig Luft verschafften.

Nun steht also das Duell mit Heckings Ex-Klub vor der Tür: "57.000 Zuschauer im Volkspark, da freut sich, glaube ich, jeder drauf, der ein bisschen in den Fußball verliebt ist. Auch auf ein paar bekannte Gesichter freue ich mich", verdeutlichte der Fußballlehrer.

Verpasster HSV-Aufstieg beschäftigt Ex-Coach Dieter Hecking noch immer

Hecking verpasste in der Saison 2019/20 knapp den Aufstieg mit den Rothosen. Mit HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (41, l.) hat er noch immer ein gutes Verhältnis.
Hecking verpasste in der Saison 2019/20 knapp den Aufstieg mit den Rothosen. Mit HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (41, l.) hat er noch immer ein gutes Verhältnis.  © IMAGO/Michael Schwarz

Insbesondere zu HSV-Vorstand Jonas Boldt (41) pflegt der 58-Jährige seit seinem Engagement in der Hansestadt ein gutes Verhältnis: "Wir telefonieren hin und wieder mal. Der HSV kann sich glücklich schätzen, so jemanden in der Verantwortung zu haben."

Als Lob für die Arbeit des 41-Jährigen konnte durchaus auch Heckings Aussage über den aktuellen Kader der Rothosen verstanden werden: "Wenn der HSV sein Potenzial auf den Platz bringt, sind sie gut genug, jeden zu schlagen."

"Gut genug" waren die Hanseaten vom Spielermaterial her eigentlich auch in der Saison 2019/20, als sie den Relegationsplatz um einen Zähler verpassten - eine Pleite, die den jetzigen FCN-Coach immer noch beschäftigt.

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Auf die entsprechende Nachfrage von TAG24 erklärte der Übungsleiter: "Natürlich ärgert es einen. Wir hätten die Möglichkeit gehabt, haben es am Ende aber nicht durchgebracht. Einen Verein wie den HSV zurück in die Bundesliga zu führen, wäre etwas Besonderes gewesen."

Aktuell hat Hecking allerdings ganz andere Probleme, muss er doch den "Club" als Retter vor dem Abstieg bewahren. "Wenn das Ding gegen die Wand gefahren werden würde, hätte ich hier keine Zukunft als Sportvorstand. Deshalb müssen wir jetzt weiter punkten" - am liebsten direkt am Samstag in seiner alten Heimat!

Titelfoto: Daniel Löb/dpa

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