Hamburg - Das hat Konsequenzen! Der Hamburger SV hat Flügelflitzer Jean-Luc Dompé (30) bis auf Weiteres freigestellt. Hintergrund ist eine mutmaßliche Sufffahrt.
Wie der Verein am Donnerstagvormittag mitteilte, wurde der 30-Jährige nach Gesprächen mit der sportlichen Leistung vom Trainings- und Spielbetrieb der Profimannschaft ausgeschlossen.
Der HSV reagierte damit auf das Vergehen des Franzosen vom vergangenen Wochenende. Am frühen Sonntagmorgen war Dompé in der Hamburger Innenstadt ins Visier der Polizei geraten.
Wie ein Sprecher auf TAG24-Nachfrage erklärte, soll der Fußball-Profi zunächst über eine rote Ampel gefahren sein und wurde anschließend gestoppt. Die Beamten stellten bei der Kontrolle einen Alkoholgeruch fest, ein Test ergab laut Bild 1,46 Promille. Das offizielle Ergebnis durch eine Blutentnahme steht aber noch aus.
Nachdem Dompé schließlich entlassen wurde, erlaubte er sich eine weitere Straftat. Er nahm sich einen E-Scooter, der unmittelbar vor der Wache stand, und fuhr davon. "Das ist ein weiterer Tatbestand", klärte der Sprecher auf.
TAG24 fragte auch beim HSV nach, der allerdings auf die Mitteilung verwies. In der hieß es weiter, dass Dompé in dem Gespräch auch seine "Verantwortung als Profi und Vorbild sowie Repräsentant des Clubs" deutlich gemacht worden ist.
Der HSV bezieht Stellung zum Dompé-Rausschmiss
HSV-Trainer Merlin Polzin spricht über den Fall Dompé
Ob der Franzose so überhaupt noch eine Zukunft im Volkspark hat, bleibt nach der erneuten Eskapade fraglich. Sportlich spielte er aufgrund von Verletzungen keine tragende Rolle mehr, sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2027.
Trainer Merlin Polzin (35) stellte auf der Pk klar, dass niemand größer als der Verein sei. "Die Mannschaft und der Verein stehen immer an erster Stelle", verdeutlichte er. Mit der Suspendierung habe man ein klares Zeichen gesetzt.
Erst einmal wolle sich der 35-Jährige aber auf die Partie gegen den FC Bayern vorbereiten. "Im Nachgang des Spiels und der kommenden Woche werden wir dann über die weiteren Schritte in Ruhe und ohne Emotionen sprechen und die weiteren Schritte sowohl ihm als auch allen anderen dann kommunizieren", erklärte Polzin, der das Thema aber sehr ernst nehme.
Für Dompé sind es nicht die ersten Negativ-Schlagzeilen während seiner Zeit beim HSV. Im Februar 2023 hatte der Franzose schon einmal mit einem Unfall für Aufsehen gesorgt. Er hatte auf der Hafenstraße die Kontrolle über seinen Wagen verloren, hatte eine Mauer durchbrochen und war anschließend in eine Haltestelle gekracht.
Nach dem Crash soll Dompé in den Wagen von Mitspieler William Mikelbrencis (21) gestiegen und abgehauen sein. Das Gericht hatte den HSV-Profi wegen Unfallflucht und falscher Verdächtigungen zu einer Geldstrafe in Höhe von 45.000 Euro verurteilt.
Erstmeldung, 29. Januar, 11.55 Uhr; aktualisiert um 14.50 Uhr.