Tor-Festival im Volkspark! HSV ballert sich mit Sieg gegen den SVS in die Winterpause

Hamburg - Ein Spektakel zum Jahresabschluss! Der Hamburger SV hat sich mit einem Heimsieg in die Winterpause verabschiedet und gegen den SV Sandhausen in einer höchst unterhaltsamen Partie mit 4:2 (1:0) triumphiert.

HSV-Flügelflitzer Jean-Luc Dompé (r.) zeigte erneut eine bärenstarke Vorstellung und stellte die Sandhäuser Hintermannschaft immer wieder vor Probleme.
HSV-Flügelflitzer Jean-Luc Dompé (r.) zeigte erneut eine bärenstarke Vorstellung und stellte die Sandhäuser Hintermannschaft immer wieder vor Probleme.  © Marcus Brandt/dpa

Die Hausherren-Tore vor beeindruckenden 55.246 Zuschauern im Volksparkstadion erzielten Robert Glatzel zum 1:0 (27. Minute), Ludovit Reis zum 2:1 (56.), Aleksandr Zhirov per Eigentor zum 3:2 (74.) und erneut Glatzel zum 4:2 (79.). Für die Gäste trafen Cebio Soukou zum zwischenzeitlichen 1:1 (49.) sowie Christian Kinsombi zum 2:2 (69.).

HSV-Coach Tim Walter nahm im Vergleich zur 0:1-Niederlage bei der SpVgg Greuther Fürth einen Wechsel vor: Jonas David startete für Mario Vuskovic (aus privaten Gründen nicht im Kader).

Sein Gegenüber, SVS-Trainer Alois Schwartz, tauschte nach dem wilden 3:4 gegen den 1. FC Heidenheim gleich viermal: Soukou, Nikolai Rehnen, Tom Trybull und Ahmed Kutucu ersetzten Alexander Esswein (Gelbsperre), Patrick Drewes (nicht im Kader), Dario Dumic sowie Janik Bachmann (beide Bank).

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Der klar bessere Start gehörte den Gastgebern: Bereits in der 4. Minute brach Reis nach einem Fehler von Merveille Papela auf der rechten Seite durch und passte ins Zentrum, wo Jean-Luc Dompé im letzten Moment am sicheren Führungstreffer gehindert wurde. Nur Sekunden später wurde ein weiterer gefährlicher Abschluss von Laszlo Benes geblockt (5.).

Auch in der Folge waren es ausschließlich die Hanseaten, die den Ton angaben. Ganz anders als noch am Mittwoch trat der Tabellenzweite zielstrebig, temporeich und mit viel Zug zum Tor auf. Eine Flanke nach der anderen segelte in den Strafraum der Gäste, ein Kopfball von Glatzel flog jedoch über den Kasten (16.).

Startelf des Hamburger SV für das Heimspiel gegen den SV Sandhausen

Anfangsformation des SV Sandhausen für das Gastspiel beim Hamburger SV

Robert Glatzel bringt starken HSV in Front, doch Cebio Soukou gleicht aus

Robert Glatzel (3.v.r.) schreit seine Freude heraus: Der Top-Knipser des HSV hat die Rothosen soeben mit 1:0 gegen den SV Sandhausen in Führung gebracht.
Robert Glatzel (3.v.r.) schreit seine Freude heraus: Der Top-Knipser des HSV hat die Rothosen soeben mit 1:0 gegen den SV Sandhausen in Führung gebracht.  © Marcus Brandt/dpa

Anschließend beruhigte sich die Partie ein wenig, da die Kurpfälzer an Sicherheit gewannen und die Walter-Elf nicht mehr so druckvoll wie zu Beginn agierte. Kutucu hatte den ersten Abschluss für den Tabellen-16., der HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes allerdings nicht wirklich vor Probleme stellte (22.).

Viel besser machten es die Hausherren wenig später auf der anderen Seite: Miro Muheim spielte einen langen Ball auf Dompé, der wiederum legte von links flach in die Mitte, wo Glatzel SVS-Keeper Rehnen mit dem ersten Kontakt umkurvte und lässig einschob - 1:0 (27.).

Die verdiente Führung für die Hamburger, die in den Minuten zuvor zwar nicht mehr ganz so gefährlich, gegen harmlose Sandhäuser aber klar spielbestimmend und die bessere Mannschaft waren.

HSV-Gigant Robert Glatzel führt Rothosen gegen Braunschweig zum Heimerfolg
HSV HSV-Gigant Robert Glatzel führt Rothosen gegen Braunschweig zum Heimerfolg

Beflügelt vom Treffer agierten die Rothosen in der Folge extrem dominant und zeigten teilweise äußerst sehenswerte Kombinationen. Sonny Kittel vergab nach einer derartigen Ballstafette in der 40. Minute eine dicke Möglichkeit auf das zweite Tor. Kurz darauf war Pause.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Schock für die Gastgeber: Mit dem ersten guten Angriff im gesamten Spiel glich der SVS aus! Kutucu wurde auf dem rechten Flügel freigespielt und passte in die Mitte. Dort war Ransford Königsdörffer eigentlich als erster am Ball, verlor diesen jedoch gegen Soukou und konnte dann nur noch zuschauen, wie der zum 1:1 traf (49.).

Der HSV netzt noch dreimal, Treffer von Christian Kinsombi reicht dem SVS nicht

Kurz nach dem Sandhäuser Ausgleich stellte Ludovit Reis (M.) den alten Abstand für den HSV wieder her. Anschließend fielen noch drei weitere Treffer.
Kurz nach dem Sandhäuser Ausgleich stellte Ludovit Reis (M.) den alten Abstand für den HSV wieder her. Anschließend fielen noch drei weitere Treffer.  © Marcus Brandt/dpa

Lang währte die Freude bei den Gästen jedoch nicht, denn der HSV zeigte sich wenig beeindruckt und schlug nur sieben Minuten später zurück: Ex-HSVer David Kinsombi verlor das Leder an Muheim, der von links auf den zweiten Pfosten flankte und Reis fand, der aus kurzer Distanz zum 2:1 einnickte (56.).

Eine ideale Antwort der Hausherren, die sich zwölf Zeigerumdrehungen später jedoch selbst wieder ein Bein stellten: Erst konnte Sebastian Schonlau die Kugel nach einem langen Abschlag nicht klären, dann spielte Muheim einen viel zu kurzen Rückpass, den Kinsombi erlief und zum 2:2 verwertete - was für ein kapitaler Bock der Hintermannschaft (69.)!

Doch auch danach blieb keine Zeit zum Durchatmen: Nur fünf Minuten später gingen die Hanseaten wieder in Führung! Dompé flankte von links ins Zentrum, wo Zhirov von Glatzel unter Druck gesetzt wurde und per Kopf ins eigene Tor traf - 3:2 für den HSV (74.).

Und das Tor-Festival ging einfach weiter: In der 79. Minute schickt Benes den gestarteten Glatzel, der völlig allein auf Rehnen zulief, den Schlussmann umkurvte und zum 4:2 einschob (79.) - was für ein Spektakel im Volkspark!

In der Schlussphase verwalteten die Hanseaten die Zwei-Tore-Führung, von den Gästen kam so gut wie nichts mehr. Kittel vergab in der 88. Minute noch die Chance auf das fünfte Tor, kurz danach war Schluss und die Hamburger durften über den verdienten Heimsieg jubeln.

Für beide Teams geht es erst nach der langen Winterpause weiter: Die Rothosen empfangen zum Rückrunden-Auftakt am 29. Januar (13.30 Uhr) Eintracht Braunschweig, die Kurpfälzer gastieren zeitgleich bei Arminia Bielefeld.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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