Lok Leipzig müsste als Meister wieder zittern: "Eine Farce, dass es das noch gibt!"

Leipzig - Mit einem immens wichtigen 3:2-Sieg beim FC Carl Zeiss Jena ist der 1. FC Lokomotive Leipzig am Samstag ins neue Fußballjahr gestartet. Der Dreier wahrte die Chance, zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren Meister in der Regionalliga Nordost zu werden. Doch wieder würde Platz eins nicht gleich Aufstieg bedeuten.

Djamal Ziane (29, r.) brachte den 1. FC Lok Leipzig am Samstag beim FC Carl Zeiss Jena in Führung.
Djamal Ziane (29, r.) brachte den 1. FC Lok Leipzig am Samstag beim FC Carl Zeiss Jena in Führung.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Die haben uns in der ersten Halbzeit schon an die Wand gespielt", musste Loks Torjäger Djamal Ziane (29) bei "Sport im Osten" über die Partie in Jena eingestehen. "Besonders die erste halbe Stunde war extrem, wir hatten überhaupt keinen Zugriff. Unser Plan ging nicht auf und Jena hat es gut gemacht."

Allerdings nicht gut genug. Denn während der FCC seine Chancen ungenutzt ließ, schlugen die Probstheidaer in Person von Ziane, Mike Eglseder (29) und Sascha Pfeffer (35) zu und stellten bis zur 66. Minute auf 3:0.

Nach der Verletzung von Torhüter Jan-Ole Sievers (26), der keine Brüche oder Bänderrisse davontrug, musste sein Ersatz Dennis Dickmann (25) zweimal hinter sich greifen. Am Sieg änderte das nichts.

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Sievers habe sich scheinbar einen Nerv eingeklemmt, wodurch er seine Finger nicht mehr richtig bewegen konnte. "Aber gestern beim Training konnte er den Föhn halten und sich die Haare föhnen. Da scheint wieder Gefühl drin zu sein", lachte Ziane.

"Es ist wichtig, dass du nach einer längeren Pause gut startest", sagte der Knipser, der nach 16 Ligaspielen schon 14 Treffer verbuchen konnte. "Nach ein paar Wochen [Pause] weißt du nicht genau, wo du stehst."

Aktuell steht die Loksche auf Rang vier mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer BFC Dynamo. Aber auch mit zwei Nachholern im Rücken. Bestenfalls trennt den DDR-Rekordmeister und Blau-Gelb bei Spielgleichstand also nur noch ein Zähler.

Lok Leipzigs Torjäger Djamal Ziane schaut selten auf die Tabelle: "Das bringt eh nix!"

Tränen flossen bei Ziane 2020, als der Aufstieg in die 3. Liga um Haaresbreite verpasste wurde.
Tränen flossen bei Ziane 2020, als der Aufstieg in die 3. Liga um Haaresbreite verpasste wurde.  © picture point/Sven Sonntag

Oft schaut sich Djamal Ziane die Tabelle nicht an. "Das bringt im Endeffekt eh nix. Die Saison ist noch lang, es werden einige da oben Punkte lassen, wo sie es nicht erwarten."

Am Ende der Saison, das wissen die Teams der Nordost-Staffel, wird die Meisterschaft wieder einmal nicht direkt den Aufstieg bedeuten. Es geht in die Relegation gegen den Nord-Meister.

Gleiches Schicksal ereilte Lok bereits in der Saison 2019/20, als es nach zwei Remis gegen den Südwest-Vertreter SC Verl aufgrund der Auswärtstorregel nicht in die 3. Liga ging.

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Ziane hat eine klare Meinung von der Relegation. "Zwei Spiele, wo du die ganze Saison entscheidest... Dass es das noch gibt, ist eigentlich eine Farce."

Trotzdem gibt er sich natürlich kämpferisch: "Ja, der Aufstieg ist drin!"

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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