Lok Leipzigs Verkamp: Vom absoluten Stammspieler zum Bankdrücker in einem halben Jahr

Leipzig - Nicht wenige Spieler erleben in ihrer Fußballer-Karriere auch einmal Rückschläge. Mittendrin in so einer Phase steckt aktuell Lok Leipzigs Pasqual Verkamp (28). Der Rechtsaußen war in der Meistersaison 2024/25 noch absolute Stammkraft, wurde in dieser Spielzeit aber sogar schon komplett aus dem Kader gestrichen. Was das mit ihm gemacht hat, verrät der Offensivmann im TAG24-Interview.

In der Double-Saison von Lok Leipzig gehörte Pasqual Verkamp (28, Mitte) noch zur absoluten Stammkraft.
In der Double-Saison von Lok Leipzig gehörte Pasqual Verkamp (28, Mitte) noch zur absoluten Stammkraft.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Wenn man einen Startpunkt finden möchte, dann ist es vielleicht die 116. Minute beim Relegationsrückspiel gegen Havelse (0:3). Aus lauter Frust, dass der Aufstiegstraum gerade platzt, senste Verkamp Gegenspieler Julius Düker (30) ohne Chance auf den Ball von hinten um - Platzverweis!

Was folgte, war die Sperre nach der Sommerpause, zudem Achillessehnenprobleme und auch eine Phase, in der er nicht an seine vorherigen Leistungen anknüpfen konnte. Unterdessen spielte sich Neuzugang Jonas Arcalean (28) in der Lok-Elf fest, während Verkamp zuschauen musste. Eine ungewohnte Situation - bis heute.

"Das Gefühl, was ich habe im Moment, ist kein schönes, weil man natürlich als Fußballer spielen will. Es gab jetzt aber nicht den einen ausschlaggebenden Punkt, dass das halbe Jahr jetzt so verlaufen ist. Es waren mehrere kleine Sachen", so der 28-Jährige.

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Blau-Gelb kam schnell wieder in die Erfolgsspur, ist Tabellenführer in der Regionalliga Nordost. Da gab es für Trainer Jochen Seitz (49) wenige Gründe, an der Aufstellung etwas zu ändern. Verständlich, aber trotzdem für Verkamp und andere Bankdrücker frustrierend. Zu begreifen, dass sich daran aber manchmal wenig ändern lässt, hat Zeit gebraucht.

"Ich möchte aber dahingehend jetzt die Verantwortung mehr auf mich nehmen. Weil ich in dem halben Jahr auch Dinge kontrollieren wollte, die ich nicht kontrollieren kann. Dadurch habe ich den Fokus etwas verloren. Ich glaube, dass ich erst einmal lernen musste, damit umzugehen. Das ist neu für mich gewesen, das brauchte auch seine Zeit, um mich wiederzufinden", so der Offensivmann.

Beim 0:3 gegen den Chemnitzer FC durfte Verkamp (l.) ab der 76. Minute mitwirken.
Beim 0:3 gegen den Chemnitzer FC durfte Verkamp (l.) ab der 76. Minute mitwirken.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Lok Leipzigs Verkamp gegen den Chemnitzer FC endlich wieder auf dem Rasen

Als "respektvoll" bezeichnet Verkamp das Verhältnis zu seinem Trainer Jochen Seitz (48).
Als "respektvoll" bezeichnet Verkamp das Verhältnis zu seinem Trainer Jochen Seitz (48).  © Picture Point / Gabor Krieg

In der Winterpause wünschte sich Seitz im TAG24-Interview, dass der Kader zusammenbleibt. Dass auch Verkamp die Chance nutzt, es in der "Rückrunde vielleicht einen Tick besser zu machen".

Der 28-Jährige, der laut eigener Aussage ein "respektvolles Verhältnis" zum Coach hat, machte sich aber natürlich "Gedanken um die Zukunft". Geblieben ist er trotzdem, denn: "Alles, was ich machen kann, ist, meine Leistung auf den Rasen und in die Kabine zu bringen, dass wir erfolgreich sind."

Ob diese Einstellung im Sommer, wenn sein Vertrag bei Lok ausläuft, auch noch so ist, wird sich zeigen.

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Tatsächlich ist durch die Arcalean-Verletzung für den gebürtigen Stuttgarter inzwischen wieder eine Tür aufgegangen. Gegen den Chemnitzer FC (0:3) wurde er in der 76. Minute auf den Rasen geschickt, konnte aber an der Pleite auch nichts mehr ändern. "In dem Moment, wo ich reinkam, war das sehr unglücklich, dass da das 0:3 passiert ist. Aber ich war trotzdem persönlich froh darüber, dass ich mal wieder auf dem Platz stehe. Der Ausgang und der Spielverlauf waren aber natürlich nicht sehr geil."

Sollte am kommenden Sonntag gegen den FC Eilenburg (14 Uhr) gespielt werden können, reicht es vielleicht sogar für noch mehr Einsatzzeit.

Bitteres Déjà-vu: Am Ende der Spielzeit würde Lok als möglicher Meister erneut in die Relegation müssen. Bis dahin ist es aber eh noch ein langer Weg. Verkamp: "Wir müssen erst einmal unsere Arbeit machen. Wir müssen jedes Spiel einzeln betrachten, jedes Spiel einzeln gewinnen. Dann können wir über Relegation reden. Aber wir haben aus dem letzten Jahr gelernt, sind einen Schritt weiter. Und einen Schritt weiter bedeutet hier eben, dass wir das letzte Spiel der Saison dieses Mal nicht verlieren und aufsteigen."

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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