Lok Leipzig spricht von "Skandal": Thüringen-Schiedsrichter sorgt für Fan-Wut
Leipzig - Es sollte ein vorgezogener Feiertag in Probstheida werden. Am Ende wurde es ganz bitter für Lok Leipzig! Die Sachsen verloren das Regionalliga-Heimspiel gegen den BFC Preussen Berlin mit 1:3, müssen durch das 2:1 von Jena im Parallelspiel nun wieder um die Meisterschaft zittern. Der Schuldige für den Umstand war ganz schnell gefunden.
Schiedsrichter Johannes Drößler (29), geboren im thüringischen Gotha hatte die Partie mit seiner Entscheidung in der 2. Minute gleich in eine bestimmte Richtung gelenkt.
Lok-Verteidiger Lukas Wilton (30) bekam nach einem harten Einsteigen gegen Philipp Kühn (23) die Rote Karte, musste zum Entsetzen der Blau-Gelben zurück in die Kabine.
Der Tabellenführer kämpfte in Unterzahl tapfer, musste sich aber am Ende geschlagen geben.
Nach Spielschluss gab es zunächst Redeverbot für Spieler und Trainer. Keiner der Lok-Verantwortlichen wollte sich äußern, zum Selbstschutz hieß es. Nur Sportchef Toni Wachsmuth (39) stand Rede und Antwort und sprach von einem "Skandal".
"Das war ein ganz schwerer Tag heute. Ich mach den Job jetzt seit sieben Jahren und sowas hab ich auch noch nicht erlebt. Das war ein gravierender Eingriff, nicht nur in das Spiel, sondern in den Ausgang der ganzen Saison. Unabhängig von dem Platzverweis, gab es locker noch fünf, sechs Entscheidungen, die einfach so gravierend falsch waren. Ich erwarte jetzt, dass das Spiel auch von der Schiedsrichterleistung ausgewertet wird."
Lok Leipzig muss sich jetzt schnell wieder auf Greifswald fokussieren
Wachsmuth war nach eigener Aussage sprachlos nach der Entscheidung zu Beginn der Partie. Selbst der Gegner sei überrascht gewesen, dass so entschieden wurde.
"Alle Spieler drumherum haben sich gewundert. Ich will jetzt nichts hineininterpretieren, dass der aus Gotha kommt. Der Gedanke kommt aber natürlich, dass man sich ein Stück verschaukelt vorkommt", so der 39-Jährige sauer.
In den nächsten Tagen wolle man in Leipzig nun versuchen, das Geschehene irgendwie abzuschütteln und sich auf das Auswärtsspiel in Greifswald am Sonntag zu fokussieren.
Vielleicht auch dann mit einigen Spielern, die aus der Verletzungspause zurückkommen.
Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

