Meister-Keeper Naumann: "Nach dem ersten Mal war es nur Trauer, jetzt war es komplette Leere"
Leipzig - Erneut als unumstrittene Nummer 1 möchte Andreas Naumann (33) in seine dritte Spielzeit bei Lok Leipzig gehen. Der Keeper hat "richtig Bock" auf den Klub und ist bereit, nach zwei Meisterschaften in Folge noch einmal das Wunder zu schaffen. Im ersten Teil des TAG24-Interviews verrät der Torhüter, wie er dabei Fußball sowie sein Berufs- und Privatleben unter einen Hut bekommt und wie er die vergangenen Wochen verarbeitet hat.
Den Blick nach vorn gerichtet, mit breiter Brust die neue Saison angehen: Das fordert die Loksche von den Spielern. Im Kasten hat man mit Naumann einen starken Antreiber, der mit seinen Paraden nicht selten die Null hält.
Trotzdem war es - wie für viele andere Blau-Gelbe auch - zunächst einmal eine Herausforderung, die vergangenen Wochen und den verpassten Aufstieg zu verarbeiten.
"Ich habe das jetzt zweimal durchlebt. Nach dem ersten Mal war es nur Trauer, jetzt war es komplette Leere. Aber was mir geholfen hat, ist die Tatsache, dass wir mit den Spielen so eine große Aufmerksamkeit erzeugt haben, dass sich irgendwann an der Regelung vielleicht etwas ändert. Vielleicht war es genau dafür gut", so der Keeper.
Darum ging es beim Schlussmann der Leipziger recht schnell mit der Fokussierung: "Es hat nur drei, vier Tage gedauert, dann wollte ich wieder Fußball spielen. Es war fast schon schlimm, zwei Wochen warten zu müssen, bis wieder Trainingsstart war. Aber zwei Tage Mallorca Frust abbauen mit den Jungs haben natürlich auch geholfen", so der 33-Jährige grinsend.
Was auch hilft: Naumann ist Lehrer, holt sich viel Energie von seinen Schülern ab, die ihm in den Duellen gegen Würzburg die Daumen gedrückt haben. "Manche auch inoffiziell, weil sie eher Fan des anderen Klubs in Leipzig sind", lacht Loks Rückhalt. "Aber da kam oft der Spruch, dass man mich ja dann nächstes Jahr bei FIFA spielen könnte, wenn ich aufsteige." Daraus wurde nun erst einmal nix.
Lok Leipzigs Andreas Naumann erfährt starken Rückhalt
Dann vielleicht in der Saison 2026/27, wo der Meister der Regionalliga Nordost bekanntlich direkt aufsteigt.
Naumann möchte dafür auf jeden Fall wieder alles geben, auch wenn das bedeutet, dass sein Leben weiter anspruchsvoll bleibt. Die Arbeit als Lehrer, Trainingseinheiten und Spieltage mit Lok und Familienalltag mit einem siebenjährigen Sohn.
"Die wenige Zeit, die ich habe, möchte ich ja dann auch mit meinem Kind verbringen. Um das alles zu packen, braucht es halt sehr gute Organisation. Ich bin in der guten Situation, dass ich eine Schulleitung habe, die mir da hilft. Und ja, ich hab’ mit Lok 'nen Verein gefunden, der so familiär ist und da auch mit allem mitspielt", zeigt sich der Mann zwischen den Pfosten dankbar.
Im zweiten Teil des Interviews spricht Naumann dann unter anderem über den neuen Trainer Torsten Ziegner (48), die Arbeit von Sportgeschäftsführer Toni Wachsmuth (39) und den neuen Konkurrenzkampf im Kasten.
Titelfoto: Silvio Bürger

