Sensation in Berlin! Lok Leipzig kann gegen Schlusslicht-Schießbude nicht gewinnen

Berlin - Dicke, dicke Überraschung in der Hauptstadt! Der 1. FC Lokomotive Leipzig ist nahezu sensationell am Samstag nicht über ein 1:1 (0:1) bei Schlusslicht SV Tasmania Berlin, der Schießbude der Regionalliga Nordost, hinausgekommen. Die Chancen auf die Meisterschaft schwinden damit.

Die Szene zum 1:0 für das Schlusslicht: Malik Ceesay (#4) nickt den Ball nach einer Ecke ein.
Die Szene zum 1:0 für das Schlusslicht: Malik Ceesay (#4) nickt den Ball nach einer Ecke ein.  © Matthias Koch

Malik Ceesay war in der 9. Minute für die Berliner im Stadion Lichterfelde erfolgreich. Der Ausgleich gelang Sascha Pfeffer (50.).

Tasmania-Trainer Thomas Franke wechselte nach dem 1:5 bei der VSG Altglienicke auf vier Positionen: Elias Tamim, Nigel Bier, Thomas Brechler und Ali Tanis kamen neu für Mikail Balaban, Serhat Polat (beide Bank), Mert Sait und Martin Kascha (beide nicht im Kader).

Lok-Coach Almedin Civa nahm im Vergleich zum 2:0 gegen den ZFC Meuselwitz zwei Änderungen vor: Torhüter Niclas Müller und Mike Eglseder begannen für Jan-Ole Sievers (nicht im Kader) und Luca Sirch (Bank).

Lok Leipzigs Interview-Zoff ohne Konsequenzen? Kracht stärkt Civa sogar!
1. FC Lokomotive Leipzig Lok Leipzigs Interview-Zoff ohne Konsequenzen? Kracht stärkt Civa sogar!

Der krasse Außenseiter - zuletzt 15 Ligapleiten am Stück und seit 18 Partien sieglos - kam überraschend gut ins Match. Dass der Aufsteiger das Team mit den wenigsten Toren und meisten Gegentreffern der Nordost-Staffel stellt, war zu Beginn nicht zu erkennen.

Startaufstellungen des SV Tasmania Berlin und des 1. FC Lokomotive Leipzig am 33. Spieltag

Frühe Führung für den SV Tasmania Berlin durch Malik Ceesay

Ungläubige Betroffenheit beim FCL nach dem Gegentreffer im Stadion Lichterfelde.
Ungläubige Betroffenheit beim FCL nach dem Gegentreffer im Stadion Lichterfelde.  © Matthias Koch

In der 9. Minute folgte direkt die Überraschung: Brechler brachte einen Eckball nah vors Gehäuse von Ersatzkeeper Müller, dort stieg Ceesay hoch und konnte relativ easy zum 1:0 für den Underdog gegen den auswärts noch ungeschlagenen Favoriten einköpfen.

Große Mühe, sich in gute Abschlusspositionen zu bringen, hatten die Gäste, bei denen die drei Punkte im Vorfeld klar eingeplant waren, um die kleine Hoffnung auf die Meisterschaft aufrechtzuerhalten.

Mehr als Pfeffers deutlich neben den Pfosten geflogenen Versuch aus zwölf Metern halbrechts gab's in der ersten halben Stunde aber nicht.

Zwei Traumtore von Luckenwalde ballern Lok Leipzig immer tiefer in die Krise
1. FC Lokomotive Leipzig Zwei Traumtore von Luckenwalde ballern Lok Leipzig immer tiefer in die Krise

"Hier regiert der FCL" skandierten die mitgereisten Anhänger. Davon war lange Zeit nichts zu sehen.

Die nach der Führung in der Abwehr Beton anrührende Franke-Elf machte Lok das Leben extrem schwer.

Tasmanias Schlussmann Elvin Kovac war erst kurz vor der Halbzeit gefordert, als er Robert Bergers Schuss aus der zweiten Reihe abwehren konnte. Etwas platzierter, dann wäre das wohl der Ausgleich gewesen (42.).

Civa brachte zum zweiten Durchgang mit Tom Nattermann für Zak Paulo Piplica mehr Offensive. Wenig später zahlte sich die Idee des Trainers, der jetzt auch die von Beginn an erwartete Dominanz sah, aus.

1. FC Lokomotive Leipzig gleicht durch Sascha Pfeffer aus - und verpasst den Sieg

Den Ausgleich für Lok Leipzig erzielte Kapitän Sascha Pfeffer (r.).
Den Ausgleich für Lok Leipzig erzielte Kapitän Sascha Pfeffer (r.).  © Matthias Koch

Bogdan Rangelov legte von links rein, Pfeffer stoppte die Kugel zentral an der Sechzehnerkante und hob sie wunderschön ins rechte obere Eck - 1:1 (50.).

In der 57. Minute beschwerte sich der vermeintlich zum 2:1 erfolgreiche Eglseder. Zeitgleich mit Kovac war er in der Box mit dem Kopf an der Kugel, Schiri Florian Markhoff entschied auf Stürmerfoul.

Fünf Zeigerumdrehungen später schlenzte Nattermann knapp am langen Pfosten vorbei (62.). Riesendusel für die Blau-Gelben eine Viertelstunde später: Bei einem Konter retteten zwei Leipziger auf der Linie gegen Maximilian Storm für ihren bereits geschlagenen Schlussmann (77.), nachdem zuvor Maurice Froelian an Müller gescheitert war und dann in die Mitte zum Ex-Herthaner gepasst hatte.

Die Gäste kamen noch zu zwei Gelegenheiten: Einen indirekten Freistoß setzte Farid Abderrahmane neben das Lattenkreuz (81.), Pfeffer rutschte bei einem Schuss ab (87.). Mehr passierte nicht.

Tasmania feierte den ersten Punktgewinn seit dem 7. November, Lok verpasste den 13. Sieg im 16. Auswärtsspiel - und wahrscheinlich auch die Meisterschaft. Zehn Punkte Rückstand sind's jetzt auf den BFC Dynamo bei einer Partie weniger. Bestenfalls sieben Zähler aufzuholen gleicht einer kaum stemmbaren Mammutaufgabe.

Am Mittwoch (19 Uhr) steht Loks Heimspiel-Nachholer gegen den Chemnitzer FC an. Tasmania gastiert am Donnerstag (19 Uhr) beim FC Energie Cottbus.

Titelfoto: Matthias Koch

Mehr zum Thema 1. FC Lokomotive Leipzig: