Leipzig - Er hätte gern bei Lok Leipzig weitergemacht, egal ob in der 3. Liga oder weiterhin in der Regionalliga Nordost. Doch Pasqual Verkamp (28) und Blau-Gelb gehen künftig getrennte Wege. Wie der Offensivmann die vergangenen Wochen weggesteckt hat und wie es für ihn nun weitergeht, hat er im TAG24-Interview verraten.
"Es ist sehr schwer, dass es einem hier nicht gut geht auf Ko Samui in Thailand", berichtet der Rechtsaußen lachend. Knapp zwei Wochen nach dem verpassten Aufstieg in Würzburg brauchte es Abstand zum Geschehenen, um den Kopf freizubekommen.
Zusammen mit unter anderem Djamal Ziane (34) lässt es sich bei über 30 Grad offenbar durchaus aushalten - gerade mit dem Blick ins vergleichsweise kalte Deutschland.
Doch in spätestens zwei Wochen soll es intensiv mit der Zukunftsplanung vorangehen. "Ich schließe nichts aus - außer Chemie", so der 28-Jährige über seinen zukünftigen Verein.
Vor ein paar Tagen verkündeten die Sachsen, dass der auslaufende Vertrag mit Verkamp nicht verlängert wird. Nach einem überragenden ersten Jahr bei Lok folgte eine absolut ernüchternde Saison für den ehemaligen Kicker von Carl Zeiss Jena.
"Es hat mich daher nicht überrascht, dass von Vereinsseite aus keine weitere Zusammenarbeit mehr möglich war. Ich wäre gern geblieben, bin aber auch nicht nachtragend. Ich hätte mir aber natürlich gewünscht, dass ein paar Dinge anders gelaufen wären", so Verkamp weiter.
Vor allem natürlich, was die sportliche Komponente angeht. Nachdem anfängliche Blessuren ausgemerzt waren, hatte der Goalgetter trotzdem kaum Chancen auf Einsatzzeit bekommen. Wettbewerbsübergreifend standen am Ende nur 643 Spielminuten auf seinem Konto. "Die zweite Saison ist für mich wirklich nicht zu erklären. Warum der Bruch so gekommen ist, obwohl ich wirklich mit allen Mitteln versucht habe, an meiner Situation etwas zu ändern. Aber ich habe keinen Anklang gefunden."
Pasqual Verkamp blickt mit Wehmut auf die Zeit bei Lok Leipzig
Denn Verkamp fühlt sich fit, wie er sagt. Ist vielleicht sogar in seiner "Prime". "Ich bin vielleicht fit wie nie zuvor. Heiß drauf, noch eine Schippe draufzulegen und wieder anzugreifen. Ich möchte auch den Leuten zeigen - und mir selbst - dass ich's kann", so der Spieler.
Seit Montag steht fest, dass Torsten Ziegner (48) die Leipziger übernimmt und versuchen wird, die dritte Meisterschaft in Folge einzutüten. Jochen Seitz (49) hat sich für einen Abschied entschieden, nachdem der Klub zum zweiten Mal an den Aufstiegsspielen gescheitert war.
Und auch wenn das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer zuletzt etwas abgekühlt schien, glaubt Verkamp, dass Seitz auch in Zukunft seinen Weg machen wird.
"Ich glaube, dass er, wenn er wieder neue Energie schöpft, irgendwann wieder einen Top-Verein finden wird. Vielleicht sogar ein paar Ligen höher. Ich glaube aber, dass es der richtige Schritt war, jetzt aufgehört zu haben." Und wer weiß, vielleicht führen die Wege der beiden nach Aschaffenburg und Leipzig ja doch noch ein drittes Mal zusammen.
Bei Lokomotive ist jetzt die Geschichte aber erst einmal zu Ende. Verkamp zum Abschluss: "Ich hab ein Gefühl von Wehmut in mir, weil ich sehr oft an das erste Jahr in Leipzig denke. Aber ich denke auch an viele schöne Momente. Damals, auswärts in Plauen vor der Winterpause (0:1) fand ich sehr geil, da haben wir spät das Tor geschossen und dann die Kabine auseinandergenommen. So was bleibt in Erinnerung."