Leipzig - Am vergangenen Samstag verkündete Lok Leipzig, dass der Vertrag mit David Grözinger (27) trotz Vertrag bis 2027 mit sofortiger Wirkung aufgelöst wird. Das hatte keine sportlichen Gründe, sondern familiäre. Den Linksverteidiger zieht es zurück in seine Heimat - und das kam bei einigen Fans nicht wirklich gut an.
Gerade in den sozialen Netzwerken wurde Kritik laut. "Im Falle eines Aufstiegs wäre er bestimmt nicht gewechselt", und ein allgemeines Unverständnis darüber, dass ein Vertrag von den Blau-Gelben ohne wirtschaftlichen Ertrag einfach aufgelöst wird, waren die am häufigsten genannten Punkte.
Der Klub reagierte - nachdem immer mehr Negativstimmen laut wurden - und veröffentlichte noch ein zusätzliches Statement, in dem es hieß: "Mal zur Einordnung: Die Angelegenheit ist sehr kurzfristig aufgeploppt. Es handelt sich um eine familiäre Angelegenheit, die erfordert, dass Gröze langfristig wieder in der Heimat ist. Er wird zu einem Verein im Südwesten wechseln, der in der Nähe der Heimat liegt. Über die genauen Ablösemodalitäten wurde zwischen den Clubs Stillschweigen vereinbart."
In der Verlosung sind wohl der VfR Aalen und Drittliga-Absteiger Ulm. Bei der Lokschen hat man offenbar nicht damit gerechnet, dass ein ehemaliger Stammspieler, der sich ein Jahr lang bei den Sachsen voll reingehauen hat, teils so abgefertigt wird.
"Ich glaube, dass seine Worte sehr klar waren, dass ihm das sehr schwergefallen ist und sehr leid tut, aber die familiären Sachen gehen dann auch manchmal vor. Deswegen haben wir uns alle geeinigt, auch mit seinem aufnehmenden Verein", so Sportgeschäftsführer Toni Wachsmuth (39) auf TAG24-Nachfrage.
Lok Leipzig muss auf der Linksverteidiger-Position "neu anfangen"
"Es ist keine leichte Entscheidung, da ich den Verein, die Mannschaft und Euch Fans wahnsinnig ins Herz geschlossen habe", ließ sich Grözinger in einer Pressemeldung zitieren. Auf Instagram legte er kurz darauf noch einmal persönlich nach: "Ab jetzt werde ich als Fan mitfiebern. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und den maximalen Erfolg – ihr habt ihn euch verdient."
Weh tut der Verlust den Sachsen allemal. Aber auch das will man entsprechend auffangen. Wachsmuth: "Klar werden wir auf der Position noch etwas machen müssen. Gerade links müssen wir da jetzt natürlich neu anfangen, aber auch das kriegen wir hin."