Kein Kommentar zu Anti-RB-Beschluss von Halle - Zieht Chemie Leipzig nach?

Von Gerald Fritsche

Halle/Leipzig - RB Leipzig sieht keinen Anlass, den Mitglieder-Beschluss bei Regionalligist Hallescher FC für einen kompletten Kontaktabbruch zu den Sachsen zu kommentieren. Auf Anfrage wollten sich die Leipziger dazu nicht äußern.

Die Fans von RB Leipzig wird der Halle-Beschluss relativ wenig interessieren.
Die Fans von RB Leipzig wird der Halle-Beschluss relativ wenig interessieren.  © Picture Point / Roger Petzsche

Der Antrag zur bewussten Abgrenzung gegenüber RB war beim Viertligisten aus Sachsen-Anhalt am Sonntag unter großem Applaus beschlossen worden, heißt es im Protokoll der Mitgliederversammlung.

Dieser beinhaltet unter anderem den Verzicht auf sportliche Kooperationen wie Testspiele, Einladungsturniere oder gemeinsame Trainingseinheiten. Ziel sei es, die eigenständige Identität des Halleschen FC klar zu bewahren.

Dass die vom österreichischen Konzern Red Bull finanzierten Leipziger bei Traditionsklubs des Ostens unbeliebt sind, ist nicht neu.

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So setzten Mitglieder von Rot-Weiß Erfurt und Erzgebirge Aue bereits durch, dass vereinbarte Testspiele nicht stattfinden konnten beziehungsweise deshalb von den Vereinen heimlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolviert wurden.

Andere Fans wie die von Bundesliga-Konkurrent 1. FC Union Berlin schweigen bei den Partien gegen die Sachsen meist zu Spielbeginn minutenlang oder boykottieren die Reise nach Leipzig gänzlich. Die Ultras von Dynamo Dresden zeigten ihr Missfallen einmal mit einem abgetrennten Bullenkopf vor einem DFB-Pokalspiel der Rivalen. Aber ein generelles Kontaktverbot über die Pflichtspiele hinaus ist in dieser Direktheit bislang nicht bekannt.

Derzeit keine Initiative bei Chemie Leipzig

Bei Chemie Leipzig ist keine Initiative der Mitglieder für einen Beschluss wie in Halle bekannt.
Bei Chemie Leipzig ist keine Initiative der Mitglieder für einen Beschluss wie in Halle bekannt.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

Bisher hatte es zwischen Halle und Leipzig durchaus Verbindungen gegeben. Fabrice Hartmann, Joscha Wosz, Felix Beiersdorf und Torhüter Tim Schreiber wechselten über die Landesgrenze oder wurden ausgeliehen.

Noch vor ein paar Wochen fragte der HFC bei den Sachsen an, ob man die beheizbaren Plätze in Leipzig zum Training nutzen könne, weil die eigenen Rasenflächen bei Temperaturen unter null Grad nicht bespielbar waren. RB stimmte zu.

Bei RB-Lokalrivale Chemie Leipzig ist derzeit keine Initiative der Mitglieder für einen Beschluss wie in Halle bekannt, teilte der Regionalligist auf Anfrage mit.

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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