Dynamo-Boss Zimmermann stellt sich nach Krawallen: "Immenser Schaden für uns als Verein"

Dresden - Dieses Spiel wird Dynamo Dresden noch eine Weile beschäftigen! Nicht etwa, weil man am Samstagabend mit 0:1 (0:0) gegen Hertha BSC einen herben Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen musste, sondern weil die schweren Krawalle einiger "Fans" für ein kräftiges Nachspiel sorgen werden.

Ob gestohlene Zaunfahnen Anlass für die Krawalle waren, ist rein spekulativ.
Ob gestohlene Zaunfahnen Anlass für die Krawalle waren, ist rein spekulativ.  © Lutz Hentschel

"Das ist ein immenser Schaden für uns als Verein, für den ganzen Fußball. Am Ende waren das wieder 50, 60 Leute, die ein beschämendes Bild für Dynamo abgegeben haben. Jetzt sind wir wieder diejenigen, die die ganze Suppe ausbaden müssen", erklärt Dynamos Finanzgeschäftsführer Stephan Zimmermann (38) nach der Partie.

Was war passiert?

Berliner Krawallmacher stürmten in der 19. Minute in den Innenraum, griffen dort Dresdner Anhänger auf der Gegentribüne an, es kam zu Prügeleien.

Skandalspiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC: Das sagt die Polizei nach der Partie
Dynamo Dresden Skandalspiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC: Das sagt die Polizei nach der Partie

Daraufhin starteten Dynamo-"Fans" in Richtung Gästeblock. Dort angekommen wurden sie und Dresdner Anhänger auf der Gegentribüne von Hertha-"Fans" mit Pyrotechnik beschossen. Die SGD-Anhänger warfen einige der Geschosse zurück in den Hertha-Block. Erst als die Polizei das Rudolf-Harbig-Stadion stürmte, suchten die Krawallmacher das Weite.

Aber warum? "Das kann man nicht genau sagen, dazu gibt es unterschiedliche Theorien", so Zimmermann, der die komplette zweite Halbzeit die Geschehnisse mit der Polizei auswertete. "Hintergrund ist, es gab eine große Pyroaktion vom Gästeblock im Stadion, wo relativ viel noch vernebelt war. Deswegen war die ganze Situation recht uneinsichtig, dass man auch Videoaufzeichnungen noch nicht wirklich hundertprozentig auswerten kann."

Auf Dynamo Dresden kommt wohl nicht nur eine heftige Strafe vom DFB zu

Hertha-Krawallmacher warteten am Rasen auf die Dresdner und versuchten in einen naheliegenden Block zu kommen.
Hertha-Krawallmacher warteten am Rasen auf die Dresdner und versuchten in einen naheliegenden Block zu kommen.  © Lutz Hentschel

Das wird in den nächsten Wochen definitiv passieren, unabhängig davon wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eigene Ermittlungen anstellen und Konsequenzen ziehen. Liga-Konkurrent 1. FC Magdeburg bekam für die Randale außerhalb des Stadions eine Blocksperre sowie insgesamt (mit Pyro-Strafe) 186.000 Euro aufgebrummt.

"Die Strafe geht mir noch nicht durch den Kopf. Ich kann sagen, dass das ein absolut gebrauchter Abend war, im Grunde eine gebrauchte Woche mit dem Tod noch von Hansi Kreische", gibt Dresdens Finanzboss zu. "Es war auf Deutsch eine absolut beschissene Woche für uns, mit dem negativen Höhepunkt."

Die DFB-Strafe ist nicht das Einzige, was Dynamo bevorstehen könnte. "Ich habe erst heute wieder mit dem Vertreter vom Sächsischen Innenministerium gesprochen, wo es genau um das Thema Sicherheit im Stadion geht, wo wir uns als Verein da ganz klar positioniert haben, auch beim Thema Pyrotechnik", macht Zimmermann klar.

Unfassbare Eskalation: Schwere Krawalle zwischen Dynamo- und Hertha-Fans
Dynamo Dresden Unfassbare Eskalation: Schwere Krawalle zwischen Dynamo- und Hertha-Fans

Das Problem: "Aber das heute hier ist komplett daneben. Das konterkariert alles. Das ist Wasser auf die Mühlen von einigen Politikern, die viel härtere Maßnahmen haben wollen."

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Als die Polizei das Spielfeld stürmte, rannten die Krawallmacher zurück in den K-Block.
Als die Polizei das Spielfeld stürmte, rannten die Krawallmacher zurück in den K-Block.  © IMAGO/Steinsiek.ch

Weist Dynamo Dresdens Sicherheitskonzept Lücken auf?

Dynamo-Finanzgeschäftsführer Stephan Zimmermann (38) fand deutliche Worte.
Dynamo-Finanzgeschäftsführer Stephan Zimmermann (38) fand deutliche Worte.  © Eric Münch

Solche Szenen sorgen für eine recht schlechte Verhandlungsposition für Dynamo. Denn von einem sicheren Stadionerlebnis kann man da nicht sprechen - auch wenn sowas bis jetzt einmalig war.

Der Polizeiführer habe Dynamos Geschäftsführer zwar bestätigt, dass man ein "sehr gutes Sicherheitskonzept" habe, trotzdem sind solche Szenen eben möglich.

Berlins Anhänger sollen eine Scheibe im Gästebereich zerstört haben, gelangten so in den Innenraum. Absperrungen vor dem K-Block gibt es auch. Aber: "Jeder, der sportlich ist, kann trotzdem über die Wand springen und steht dann im Innenraum", muss auch Zimmermann zugeben.

Schon vor dem Hinspiel in Berlin Anfang November gab es kleinere Auseinandersetzungen.

Aber Zimmermann macht deutlich: "Rivalität gehört dazu, aber auf keinen Fall, dass wir uns gegenseitig auf die Nase hauen müssen. Das hat beim Fußball überhaupt nichts verloren und ich habe absolut kein Verständnis dafür!"

Titelfoto: Montage: Lutz Hentschel/Eric Münch

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