Klassenerhalt steht bei Dynamo über allem: Kein Königsweg für Rekord-Kutschke
Dresden - Keiner im Dynamoland hätte am Sonntag etwas dagegen, wenn es das letzte Spiel von Stefan Kutschke wird. Das hieße nämlich, die SGD hätte nach dem Abpfiff der Partie gegen Kiel den direkten Klassenerhalt geschafft und müsste nicht in die Relegation. Auf alle Fälle beendet der 37-Jährige seine erfolgreiche Laufbahn mit einem Rekord. Er ist jetzt der älteste Torschütze der Dresdner.
Das 1:2 in Braunschweig war nicht nur sein erster Zweitligatreffer seit mehr als neun Jahren für Dynamo, er traf zuvor beim 1:1 gegen Düsseldorf am 16. April 2017, sondern auch ein ganz besonderer.
Mit 37 Jahren, sechs Monaten und sechs Tagen ist er nun der Älteste, der je für Dynamo getroffen hat. Er löste damit Hans Kreische, den Vater von Hansi Kreische, ab. Er war am 4. Oktober 1959 beim 3:0 in der DDR-Liga gegen Chemie Glauchau 36 Jahre, neun Monate und sieben Tage alt. 67 Jahre hielt dieser Rekord, und dem neuen traut man eine ähnliche Dauer zu.
Ob und wie Kutschke gegen Kiel zum Einsatz kommt, hängt sicher vom Spiel selbst ab. In seinen bisherigen 22 Einsätzen in dieser Saison stand er einmal in der Startelf und wurde 21-mal eingewechselt.
"Einen klaren Königsweg gibt es wahrscheinlich nicht. Vielmehr geht es darum, auf unterschiedliche Spielsituationen vorbereitet zu sein – auch darauf, vielleicht in Rückstand zu geraten. Genau da kommt die Qualität von Stefan ins Spiel, die er der Mannschaft geben kann. Und das nicht nur, weil es das letzte Spiel ist, sondern weil er in vielen Situationen wichtig ist", sagt Trainer Thomas Stamm (43) dazu.
Der Fokus von Thomas Stamm liegt auf drei Punkten
"Man macht sich viele Gedanken, aber entscheidend ist am Ende das, was Stefan letzte Woche auch gesagt hat: Der Klassenerhalt steht über allem. Dieses Ziel hat absolute Priorität – über persönlichen Interessen, über einzelnen Spielern und auch unabhängig davon, ob vielleicht der ein oder andere den Verein verlassen wird", so Stamm.
Der Fokus liegt komplett auf diesem Spiel und darauf, die drei Punkte zu holen. Alles andere ist für den Schweizer zweitrangig.
"Deshalb ergibt es meiner Meinung nach wenig Sinn, jetzt verschiedene Szenarien bis ins Detail durchzuspielen. Allen ist bewusst, wie besonders und wichtig dieses Spiel ist – für den Verein und auch für Stefan."
Am besten wäre auf jeden Fall, alle feiern nach Abpfiff ausgelassen vorm K-Block den Klassenerhalt - und Stefan Kutschke mittendrin. Das würde den Rekord-Torschützen selbst am glücklichsten machen.
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Titelfoto: Andreas Gora/dpa

