"Schlecht geschossen": Dynamo-Stürmer Vermeij wird zum Unglücksraben vom Punkt
Dresden - Er hätte der Matchwinner werden können, am Ende aber war Vincent Vermeij (31) der Unglücksrabe. Selbstbewusst trat Dynamos Stürmer in der 77. Minute gegen Hertha BSC an den Punkt, schoss aber nur Berlins Keeper zum Helden.
"Ich muss auf mich schauen, der war schlecht geschossen", gab Vermeij auch ohne großes Überlegen zu: "Von der Schärfe eigentlich ganz okay, aber von der Höhe wohl eher so, dass ihn viele Torhüter halten. Das ist vermutlich auch statistisch so."
Der Niederländer wollte den Strafstoß, den es nach Videoschiedsrichter-Beweis aufgrund eines Handspiels vom früheren Dresdner Paul Seguin (31) gab, "eigentlich viel höher schießen. Das muss ich besser machen."
Noch kurz vor der Ausführung hatte sich Vermeij mit Niklas Hauptmann (29) abgestimmt, wer an den Punkt tritt. "Ich habe ihn gefragt, er meinte, dass ich schießen soll", so der 31-Jährige. "Ich will auch immer gerne schießen, habe ich auch immer gemacht. Wenn aber einer gut drauf ist und jetzt schon drei Elfmeter geschossen hat, dann kann er gerne weitermachen. Aber das ist halt nicht der Fall."
Es war erst der zweite Dresdner Elfmeter in dieser Saison. Christoph Daferner (28) hatte den bisher einzigen im Hinspiel gegen Paderborn verwandelt, kam aber erst vier Minuten später für den Unglücksraben ins Spiel.
"Ich will mich hoffentlich auch noch nächste Woche und nächste Saison gut fühlen. Aber ja, es gehört halt dazu. Klar wäre es schön, wenn jeder verwandelt, aber das war heute Abend nicht der Fall für mich", erklärt Vermeij.
Vincent Vermeij ist sich sicher, dass Dynamo Dresden drinbleibt
Doch er war nicht der einzige Dynamo, der gegen die Hertha hätte treffen können. Auch Ben Bobzien (45./62./65.) ließ richtig gute Gelegenheiten liegen. Bei den zwei starken Abschlüssen von Jonas Sterner (72./90.+1) stand Berlins Keeper im Weg.
Den freien Tag am Montag werden einige brauchen, um den Kopf freizubekommen.
"Damit ich das alles gut verarbeiten kann und wir weitergehen können", beschreibt Vermeij seine Gefühlslage.
Der Stürmer hat aber keine Sorgen, dass diese Niederlage für einen Knacks sorgen könnte: "Ich hatte in all den Wochen jetzt das gleiche Gefühl bei der Mannschaft, egal ob nach Karlsruhe oder Münster. Und das ist, dass unser Kader einfach zu gut ist, um abzusteigen!"
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Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel, Sebastian Kahnert/dpa

