Dresden - Der Stand beider Teams war nicht derselbe, trotzdem war Dynamo Dresdens Erfolg in der Generalprobe gegen Union Berlin natürlich nicht ohne Wert. Vor allem, weil sich das Team von Thomas Stamm (43) auch nach dem Rückstand ordentlich gewehrt und die Partie gedreht hat. Das sind die Lehren aus Dynamos letztem Test vor dem Saisonstart.
"Die Inhalte, die wir umsetzen wollen, die werden immer besser. Ich muss auch sagen, dass hier ein Gegner auf dem Platz stand, der auch nicht ganz verkehrt ist. Von daher glaube ich, können wir jetzt mit dem Stand zufrieden sein", zeigte sich Niklas Hauptmann (30) nach dem 2:1-Erfolg optimistisch.
Und der hätte aufgrund einer bockstarken zweiten Halbzeit auch noch deutlich höher ausfallen können. Allein Jakob Lemmer (66./73./75.) hatte gleich mehrfach gute Chancen, Ben Bobzien (67.) und Christoph Daferner (79.) jeweils eine.
"Ich glaube, wenn wir ein paar Dinge noch sauberer spielen, auch in der ersten Halbzeit, können wir noch zu mehr klaren Chancen kommen. Trotzdem haben wir mit zwei Toren gewonnen", umschrieb "Haupe" eine von Dynamos (kleinen) Baustellen.
Auch das Thema Standards ist eines, was Schwarz-Gelb in die nächste Trainingswoche mitnehmen wird. Nicht unbedingt offensiv, da hat es schließlich mit dem Kopfballtreffer von Vincent Vermeij (52.) ganz gut funktioniert.
Hinten gab's im Nachlauf einer der vielen Berliner Ecken das 0:1 durch Tom Rothe (19.). Hauptmann: "Es gibt Themen, die du vielleicht vorher nicht einplanen kannst beim Gegner. Wie macht er es bei Ecken und so weiter? Da haben wir aber ein Trainerteam, das sich darauf noch mal spezialisiert. Und ja, das werden wir trainieren die Woche."
Dynamo Dresdens Coach Thomas Stamm und Führungspersonal wissen, was wirklich wichtig ist
Und: "Vor allem im letzten Drittel, der letzte Pass, die letzten besseren Laufwege vom Timing her: Das sind so die Dinge, glaube ich, die wir noch besser machen müssen."
Dynamo brauchte gegen anfangs vor allem physisch dominante Berliner einen Dosenöffner in Form des Kapitäns. Hauptmanns Ausgleich in der 22. Minute war der erste durchdachte Angriff des Zweitligisten. Der aber wurde effektiv genutzt.
"Das war auch letzte Saison schon Thema. Effektivität! Das war etwas, was uns in der Rückrunde ausgezeichnet hat, dass du nicht viele Chancen brauchst und dich an solchen positiven Momenten, ob du ein Tor hast oder eine Torchance, hochziehst", erklärt der Ausgleich-Schütze. "Weil, ja, wir sind nicht gut reingekommen. Da hat uns vielleicht der Mut in manchen Aktionen gefehlt."
Stamm übrigens interessierte "das Resultat überhaupt nicht heute". Dynamos Coach fand: "Es geht um die Art und Weise, weil die Art und Weise ist das, was uns am Ende Punkte bringt. Und dann war vor allem die zweite Halbzeit insgesamt einfach sauberer."
Trainer und Spieler wissen die Generalprobe mit Blick auf den Ligastart in einer Woche in Nürnberg gut einzuordnen. Und das macht auch Hauptmann klar: "Vor allem die vielen Leute, die heute wieder da waren, das ist ja ehrlicherweise auch nicht normal, dass wir die mit einem guten Gefühl nach Hause schicken konnten, ist richtig gut."