Eintracht-Sieg durch Standards! Ruhende Bälle bringen wertvollen Sieg in Stuttgart

Stuttgart - Auf eine magische Königsklassen-Nacht folgte die Bundesliga-Rehabilitation: Eintracht Frankfurt sicherte sich beim VfB Stuttgart einen durchaus verdienten 3:1 (1:0)-Erfolg und kann mit ordentlich Rückenwind in die Länderspielpause gehen.

Sebastian Rode (M.) brachte die Frankfurter Eintracht früh per Kopf mit 1:0 beim VfB Stuttgart in Führung.
Sebastian Rode (M.) brachte die Frankfurter Eintracht früh per Kopf mit 1:0 beim VfB Stuttgart in Führung.  © dpa/Marijan Murat

Die Treffer in der mit 47.500 Fans besetzten und somit komplett ausverkauften "Baustelle" Mercedes-Benz Arena erzielten Sebastian Rode (1:0, 6. Spielminute), Daichi Kamada (2:0, 55.), Tiago Tomás (2:1, 79.) und Kristijan Jakic (3:1, 88.)

Pellegrino Matarazzo hatte nach dem durchaus beachtlichen 2:2-Remis beim FC Bayern München kaum Gründe für Veränderungen seiner Startformation. So rotierte lediglich Tomás auf die Reservebank und wurde von Chris Führich ersetzt.

Sein Gegenüber, Oliver Glasner, dürfte nach dem geschichtsträchtigen 1:0-Premierenerfolg in der Champions League bei Olympique Marseille mindestens ebenso zufrieden sein - und stellte daher auch nur (notgedrungen) ein Mal um. Für den grippeerkrankten Jesper Lindström durfte Kapitän Rode von Beginn an ran.

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VfB Stuttgart Mislintat-Nachfolger: Diese zwei Kandidaten sind beim VfB im Gespräch

Und genau dieser Wechsel sollte gleich zu Beginn entscheidend sein. Nach einem direkten Freistoß von Kamada brachte die Schwaben-Defensive die Pille nicht ordentlich aus dem Sechzehner heraus, was es Rode nach der Parade von Florian Müller ermöglichte, gefühlvoll zur frühen Gästeführung einzunicken (6.).

Für die Hausherren war der zeitige Nackenschlag aber eher ein Wachmacher, in dessen Folge Führich SGE-Keeper Kevin Trapp erstmals auf die Probe stellte (14.). Mittlerweile hatten sich die Stuttgarter das Gros der Spielanteile gesichert, während die Eintracht auf Kontermöglichkeiten spekulierte - gefährliche Torraumszenen blieben aber vorerst aus.

Die Startformation des VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt

Mit dieser Elf ging Eintracht Frankfurt in die Partie beim VfB Stuttgart

Sebastian Rode sorgt für Eintracht Frankfurts Führung beim VfB Stuttgart, SGE verpasst das 2:0

Frankfurts Kristijan Jakic (r.) mit besserem Kopfballtiming als sein Stuttgarter Gegenspieler Borna Sosa.
Frankfurts Kristijan Jakic (r.) mit besserem Kopfballtiming als sein Stuttgarter Gegenspieler Borna Sosa.  © dpa/Marijan Murat

Fast wie aus dem Nichts dann um ein Haar das 2:0 für die Hessen: Über rechts marschierte Randal Kolo Muani in Richtung Strafraum und legte quer auf den mitgelaufenen und im Zentrum lauernden Ansgar Knauff, der das Leder aber aus rund fünf Metern nicht im Kasten unterbringen konnte (33.).

Schließlich gab es sie dann doch noch - die erste dicke Gelegenheit für die Hausherren: Nach einer Ecke von Borna Sosa war Atakan Karazor als erster mit dem Kopf dran und spitzelte das Spielgerät mit dem Scheitel denkbar knapp am Tor vorbei - Glück für Trapp und die Eintracht (37.)!

Weitere Aktionen hoben sich alle Beteiligten für den zweiten Abschnitt auf, weshalb es mit der knappen, aber durchaus verdienten 1:0-Führung für die Diva vom Main in die Kabinen ging.

Sven Mislintat verlässt den VfB Stuttgart
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Direkt nach dem Seitenwechsel schalteten die Stuttgarter einen Gang hoch.

Gleich zweimal agierte Silas Katompa Mvumpa über links als Initiator, doch einmal mangelhafte Ballbehandlung von Serhou Guirassy (48.) sowie einmal Trapp (49.) verhinderten den möglichen Ausgleich.

VfB Stuttgart gibt nach dem Seitenwechsel Vollgas, Daichi Kamada schlägt für Eintracht Frankfurt zu

Eintracht-Oldie Makoto Hasebe (r.) machte erneut eine äußerst gute Figur in der Frankfurter Defensive.
Eintracht-Oldie Makoto Hasebe (r.) machte erneut eine äußerst gute Figur in der Frankfurter Defensive.  © dpa/Marijan Murat

In diese anfänglichen Offensivbemühungen grätschte die SGE eiskalt hinein. Erneut übernahm Kamada bei einem Freistoß an der Strafraumkante die Verantwortung und netzte diesmal direkt ein (55.) - Müller hatte hierbei aber gewaltig Pech, da der Ball zuvor noch leicht von Waldemar Anton durch seine Beine abgefälscht wurde.

Die Gastgeber blieben jedoch dran: Erst verpasste Führich nach langem Ball vor den Kasten nur knapp (63.), wenig später legte Konstantinos Mavropanos eine Ecke per Kopf ganz knapp am Kasten vorbeisetzte (65.).

Darüber hinaus blieb es beim VfB bei Stückwerk, während die Hessen sich darum bemühten, das Spielgeschehen in möglichst ruhige Bahnen zu lenken. So wirklich gelingen wollte ihnen das aber nicht.

Nach einer Flanke von links fasste sich Tomás aus rund 18 Metern einfach Mal ein Herz und zog ab - da Evan Ndicka noch entscheidend abfälschte, war Trapp chancenlos - nur noch 2:1, somit war alles wieder offen (79.). Dabei blieb es aber nicht allzu lang. Wieder ein Standard für die SGE - wieder ein Tor. Der alles überragende Kamada setzte das Leder gefühlvoll in den Fünfmeterraum, wo Jakic nur noch einnicken musste (88.) und somit für den Endstand sorgte.

Nach der Länderspielpause ist der VfB am Samstag (1. Oktober, 15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg zu Gast. Zeitgleich empfängt die Glasner-Truppe den 1. FC Union Berlin.

Titelfoto: dpa/Marijan Murat

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